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VB_Hemmoor_April2016

STADT HEMMOOR HEMMOOR MAGAZIN 22 / 2016 11 Planung weiterer Gewerbeflächen Die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie die Generierung von Gewerbesteuereinnahmen stellen neben anderen Faktoren wichtige Ziele für eine Kommune dar. Nur mit Arbeitsund Ausbildungsplätzen und einer gesicherten finanziellen Basis hat eine Kommune eine sichere Zukunft. Als weitere wichtige Faktoren treten u.a. eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie eine verkehrsgünstige Lage hinzu. Die Stadt Hemmoor hat sich daher in den vergangenen Jahren intensiv bemüht, neben der Erneuerung der Infrastruktur geeignete Gewerbeflächen ausfindig zu machen. Damit beabsichtigt die Stadt, zugleich die ihr nach dem Landesraumordnungsprogramm zugewiesene Aufgabe als zentraler Ort (Mittelzentrum) zu erfüllen. Nach dem geltenden Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Cuxhaven spielen – so wörtlich – „die beiden Mittelzentren Cuxhaven und Hemmoor die wichtigste Rolle als Standorte für Gewerbe und Dienstleistungen und haben überregionale Bedeutung“! Diese raumordnerisch zugewiesene Aufgabe stellt eine große Chance dar, wenn es gelingt, entsprechende Flächen zu entwickeln. Als größtes Problem stellt sich dabei seit Jahren die Standortfindung dar. Bei dieser schwierigen und wichtigen Aufgabe ist die Stadt daher streng analytisch vorgegangen und hat durch einen Planer zahlreiche potentielle Standorte untersuchen lassen. Dabei waren die wichtigsten Kriterien u.a. die Bodenverhältnisse und die möglichst verkehrsgünstige Lage des zukünftigen Gewerbegebietes, ferner die mögliche Größe eines Gewerbegebietes sowie die eigentumsmäßige Flächenverfügbarkeit. Es hat sich bei der Untersuchung herausgestellt, dass die Suche geeigneter Gewerbeflächen insbesondere hinsichtlich vorherrschender Bodenverhältnisse in der Stadt Hemmoor sehr problematisch ist, da die Stadt am Ende eines sich von Lamstedt erstreckenden Geestbereiches liegt und daher an drei Seiten von moorigem und nassem Gelände umgeben ist. Zwar ist es mit technischen Mitteln heute möglich, auch in derartige Bereiche für eine Gewerbeansiedlung vorzustoßen, jedoch sind die Kosten für die Erschließung und auch für den Bau von Gewerbeanlagen, bezogen auf den Standort im ländlichen Raum, völlig unwirtschaftlich. Im Niederungsbereich sind aufgrund der Bodenstruktur und der naturräumlichen Lage nämlich besondere kostenintensive Erschließungsmaßnahmen sowie Gründungen für den Hochbau (z.B. Bodenaustausch mit Grundwasserhaltung, Pfahlgründungen) notwendig sowie gegenüber einer Geestfläche deutlich höhere und damit ebenfalls kostenintensivere naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen zu erwarten. Eine erfolgreiche Gewerbepolitik kann unter diesen Bedingungen schlicht nicht erreicht werden, da der Baulandpreis aufgrund der ungünstigen Kostenstruktur bei den Erschließungs- und dem naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen vergleichsweise hoch liegen würde und potenzielle Investoren aufgrund der ungünstigen Bodenverhältnisse außerdem hohe zusätzliche Baukosten zu tragen hätten. Aus diesem Grunde waren auch von der verkehrlichen Anbindung und der Lagegunst eigentlich erfolgversprechende Standorte an der B 73 leider nicht geeignet. Nach gründlicher Prüfung verschiedener Alternativen ist unter Beteiligung der Agentur für Wirtschaftsförderung sowie der Regionalplanung des Landkreises Cuxhaven schließlich die Wahl auf eine Fläche am Ortsausgang Richtung Lamstedt gefallen. Es wäre im günstigsten Falle hier denkbar, eine Fläche von circa 16 ha Gewerbeland zu gewinnen. Ein erstes Gespräch hat mit den dortigen Eigentümern bereits stattgefunden, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Im nächsten Schritt ist vorgesehen, einen so genannten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan und für eine Änderung des Flächennutzungsplanes durch die Räte fassen zu lassen. Die Ausweisung eines Gewerbegebiets wird nämlich mit den Instrumenten der Bauleitplanung, also einem Flächennutzungsplan und einem Bebauungsplan, realisiert. Mittlerweile ist festzustellen, dass das bisherige Gewerbegebiet an der Herrlichkeit komplett ausverkauft ist, so dass nur noch Restflächen an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Gewerbetreibende, die eine Fläche benötigen, können sich aber trotzdem weiterhin an die Samtgemeindeverwaltung wenden, um aus noch vorhandenen Alternativstandorten auszuwählen. Es wird aber für die Zukunftsperspektive der Stadt Hemmoor zunehmend dringlicher, adäquate und attraktive Gewerbeflächen zu entwickeln. Der rot eingekreiste Bereich zeigt das Areal, das für die Ausweisung von Gewerbeflächen als am geeignesten ausgewählt wurde.


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