Zeithexen boten erfrischendes Kabarett
CUXHAVEN. Wegen Überfüllung geschlossen! Es hätte nicht verwundert, wenn dieses Schild am Montagabend am Eingang des Forums im Lichtenberggymnasium gehangen hätte. Über 200 Besucher wollten das neue Kabarettprogramm der Zeithexen sehen.
Die Zeithexen, das sind zehn gewerkschaftlich engagierte und politisch denkende Frauen aus Cuxhaven, die unter der Obhut des DGB agieren. Mit ihnen ging es zum Internationalen Frauentag 2010 führten sie mit Sketchen und Liedern durch die Unwegsamkeiten des Lebens.
Auch der ein oder andere Mann hatte sich ins Publikum gemischt. Unterhaltsam war es in jedem Fall für beide Geschlechter. Themen wie Gesundheit, Datenschutz, Chancengleichheit, oder Bildung betreffen schließlich alle Teile der Bevölkerung.
Los ging es mit einem historischen Abriss über die Entstehung des Internationalen Frauentages. Heute beziehen Frauen immer noch knapp ein Viertel weniger Lohn als Männer. Deshalb, so die DGB-Frauen, müsse die Gleichstellung immer wieder eingefordert werden.
Es folgte ein eindrücklicher Gesangsvortrag von Saskia Cordts. Das Lied "Brot und Rosen" entstand 1912 bei einem Arbeiterinnenstreik in den USA. Die Worte "We need bread, but roses, too!" (Wir wollen Brot, aber auch Rosen!) prangten einst auf einem Transparent und wurden zum Motto der amerikanischen Frauenbewegung.
Die Zeithexen schlüpften in ihrem rund zweistündigen Programm in viele Rollen - von der Hartz-IV-Mutti über den resoluten Vater Hans bis hin zum Gesundheitstouristen, der für neue Zähne den Weg nach Polen auf sich nimmt. Auf bundespolitischer Ebene übten die Zeithexen vor allem an den Liberalen Kritik. Am Stammtisch forderten sie nicht nur die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel sondern gleichwohl für Politiker.
Auch das aktuelle politische Geschehen in der Region beobachten die Frauen mit viel Scharfsinn. Viele Lacher erntete beispielsweise der Sketch "Kurtaxe". Um den Touristen etwas zu bieten, werden Zusatzpakete geschnürt. Im Angebot ist beispielsweise eine Tour mit dem Cuxliner; Thema: "Leere Schaufenster in der Nordersteinstraße".
Von Bernadette Patzak
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Leserkommentare
Wunderbar auch als Mann
Ich war einer von den Männern die sich ins Publikum gemischt haben. Naja war letzte Woche auch beim Weltgebetstag der Frauen also man gewöhnt sich dran. Ich fands einfach klasse auch wenn ich wirklich einen Stehplatz in der letzten Reihe erwischt habe. Aber durch meine vorteilhaft Körpergröße von 1,90 m habe ich alles gesehen was ich sehen wollte. Und es wurde ja nicht nur mit er Lila Fahne des Fiminismus im Programm geschwenkt, sondern es wurde wirklich klasse Kabarett geboten. Ich komme gerne wieder.

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