Wüstentagebuch aus Dubai
Im Skiurlaub in der Schweiz "umgemäht" / Schönste Zeit immer mit Oma und Opa
In Dubai erlebte Susanne Gärtner die Eröffnung des höchsten Gebäudes der Welt mit:
Unser Jahr 2010 begann diesmal in Dubai. Ich war froh, dass meine Freundin Christina mich und die Kinder auf dem Heimflug begleitete. Wir hatten ein paar sehr schöne Tage miteinander. Ihr Reisehighlight war sicher der letzte Abend in Dubai: Wir saßen in der Bar "NEOS" im 63. Stockwerk mit einer tollen Aussicht auf den neuen höchsten Wolkenkratzer Burj Khalifa, zufällig war es der Tag vor der großen Eröffnungsfeier. Den ganzen Abend konnten wir die Probe und Abstimmung zwischen Lightshow und den Wasserfontänen am Fuße bewundern. Einfach toll.
Am nächsten Tag verfolgten wir das Höhenfeuerwerk vom Dach unseres Hauses, es war gigantisch. Nur die Namensgebung überraschte uns. Nicht Burj (Turm) Dubai, sondern Burj Khalifa, nach dem regierenden Scheich von Abu Dhabi und gleichzeitig dem Staatsoberhaupt der UAE, wurde er benannt. Aber wer mal eben 10 Milliarden als Finanzspritze an Dubai bezahlen kann, dem mag es gegönnt sein! Der Februar verlief gewohnt in seinen Bahnen. Im März fuhren wir Ski, diesmal waren wir im französischen Teil der Schweiz. Wir hatten tolles Winterwetter und die Kinder genossen das Fahren mit dem Schlitten.
Meine Eltern begleiteten uns - was für ein Glück! Am vorletzten Tag hatte ich nämlich einen Unfall. Eine ältere Dame rammte mich, obwohl ich am Pistenrand stand und nicht viel los war. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, auf einmal sauste ich mit dem Kopf voran, bereits ohne Ski, den Hang hinab. Mein Skihelm hat sich dabei bewährt. Als ich von einem Schneehaufen gestoppt wurde, wusste ich, dass irgendetwas nicht o.k. ist. Ich konnte mich kaum bewegen.
Die Dame kam mir nachgefahren und schaute mich an, als ob ich sie umgefahren hätte. Meine Schulter schmerzte sehr. Ich fuhr den Hang wackelig, aber ohne Hilfe hinunter. Der Arzt verpackte mich in eine Schiene und gab mir jede Menge Schmerzmittel. Einarmig leben hieß es von nun an. Schlaf zu finden oder Anne zu stillen war während der ersten Tage eine Tortur. Am meisten ärgerte mich: mehr als 10 Jahre spiele ich Rugby und verletze mich ernsthaft, weil ich auf meinen gemütlich fahrenden Ehemann warte, grandios! Die nächsten Skiferien sind gebucht, ich fahre nur noch mein Tempo!
Wieder als Lehrerin
Zu meinem Geburtstag im April kamen meine Eltern vorbei, was recht angenehm war, da ich nach den Osterferien begann, Teilzeit als Lehrerin zu arbeiten. Mit einer Kollegin unterrichte ich deutschsprachige Kinder an einer internationalen Schule. Ich genieße es, wieder meinen Beruf auszuüben. Dieses Jahr hielten sich die Temperaturen in Grenzen, es war sehr angenehm bis etwa Ende Mai, danach fing es an zu heizen und wurde langsam unerträglich. Die Fußball-WM in Südafrika war ein Highlight für uns, wir waren im Fußballfieber, selbst die Kinder waren begeistert. Der Fernseher lief häufig, wir gingen zu Public Viewings und das deutsche Team wurde kräftig unterstützt. Ich war überrascht, wie viele Deutschlandshirts hier getragen wurden.
Viele Besuche
Das Endspiel schauten wir bereits in der Schweiz bei den Schwiegereltern, dort haben die Deutschen leider nicht so viele "Freunde". Anschließend reisten wir nach Cuxhaven. Die erste Zeit wurde verwendet, um Familie und Freunde zu besuchen, sich besuchen zu lassen und andere zu besuchen. Gern habe ich Zeit mit Patenkind Sarah verbracht.
Florian ist Opas bester Freund. Gemeinsam machten sie wieder mit dem Velo Solex die Gegend unsicher, während Oma mit Anne im Kinderwagen ihre Runden drehte. Florian hat während der Zeit mit Opa sprachlich riesige Fortschritte gemacht. Es tut ihm gut, nur die deutsche Sprache zu hören, so viel gezeigt und erklärt zu bekommen. Hier in Dubai weiß er mittlerweile, mit wem er welche Sprache sprechen muss. Er schaltet einfach von Deutsch zu Englisch um, mit unserer Haushälterin Fatima und englischsprachigen Freunden Englisch und sofort der nächste Satz an uns adressiert in Deutsch.
Franco und Marek vom Bitterino am Duhner Strand sorgten wieder für genug Eisnachschub. Anne ist jetzt auch auf den Geschmack gekommen.
Unser Aufenthalt wurde überschattet von unserer Sorge um meinen Opa Willi, er lebt seit einem Jahr im Altenheim. Die sommerliche Wärme machte ihm sehr zu schaffen.
Vorsichtshalber kam meine Schwester aus den USA angeflogen. So hatten wir ein überraschendes Familientreffen. Patentante Ulrike war der Star bei Florian und Anne, mehr Punkte hätte sie nur sammeln können, wenn ihre Hunde dabei gewesen wären. Uropa Willi geht es zum Glück wieder besser, darum kommen wir dieses Weihnachten auch wieder nach Cuxhaven.
In Dubai hat sich nicht viel verändert, man versucht, das Land attraktiv zu gestalten: Beach Soccer-Weltmeisterschaft, Film-Festival, Kunstausstellungen, Rugby Sevens, Schwimmweltmeisterschaft, Tennisturniere, Reitturniere, Messen und Kongresse, Musikkonzerte hochkarätiger Stars, Formel-1-Rennen... Nebenbei natürlich das höchste Haus der Welt.
Jedoch gibt es immer wieder auch negative Schlagzeilen, ein britisches Paar wird beim Küssen in der Öffentlichkeit beobachtet, jemand beschwert sich, sie werden festgenommen, kommen ins Gefängnis für einige Zeit und danach werden sie ausgewiesen. Die Malls haben eine "Wie-kleide-ich-mich-richtig"-Offensive, kurze Röcke, durchsichtige Kleidung oder Strandkleidung werden nicht gern gesehen. Security-Personal verwarnt die Besucher.
Eine andere neue Regel führt teilweise zu grotesken Bildern, Radfahrer müssen einen Helm und eine Sicherheitsweste tragen oder mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Das trifft vor allem die Gärtner, die überwiegend mit dem Rad unterwegs sind. Sie haben nun alle einen Helm, die einen mit Mickey Maus darauf, viel zu klein oder in den allerschönsten Kleinmädchenprints in pink.
"Worst case" ist häufig eine Kombination aus zu kleinem Helm, mit Baseballcap darunter und strahlend pinkfarbig ... einen Rasenmäher hinten auf dem Gepäckträger und die Heckenschere unterm Arm. Sie wirken wie Clowns darin. Aber es funktioniert, man sieht sie nun auch im Dunkeln mit ihrer Weste leuchten, wenn sie einem auf der Autobahn oder auf Schnellstraßen in der Nacht auf der falschen Seite entgegenkommen.
Der Kommerz regiert
Eine Mall, die immer ein schönes Winter/Weihnachtswonderland für die Kinder angeboten hatte, Schneelandschaft, Iglus, Eisbären, Santa Claus, gibt es nicht mehr, nachdem sie an eine Familie aus Saudi-Arabien verkauft wurde. Ansonsten gibt es hier mehr Weihnachtsdekorationen als sonst irgendwo, der Kommerz regiert.
Im Herbst freuten wir uns über den Besuch von Sandra und ihren Kindern. Das Haus war voll, wir hatten gemeinsam fünf Kinder im Alter von 1, 3, 5, 7 und 9 Jahren. Da war richtig was los. Das Wetter war fast noch zu heiß, jedoch am Strand und am Pool ließ es sich sehr gut aushalten. Wann kommt Ihr wieder? Ihr seid jederzeit willkommen.
Unsere Herbstferien verbrachten wir bei schönstem Wetter in Ascona, dort steht ein besonderes Flugzeug, für das Martin gerade den Flugschein erworben hat, eine Pilatus PC 7. Es ist ein zweisitziger Jettrainer, d.h. Piloten, die später einmal Kampfflugzeuge fliegen sollen, werden darauf trainiert. Ein "Porsche der Lüfte"... Opa Uli war bereits im Sommer sein erster Fluggast und traute sich auch diesmal wieder, mitzufliegen. Später hat Martin uns dann noch mit einem familientauglichen Sportflieger herumgeflogen. Florian war so begeistert, dass er gleich mehrmals mitkommen wollte. Bei der zweiten Runde ist er dann bei gemütlich brummendem Motor eingeschlafen.
Wieder daheim, nahten die Dubai Sevens, unser großes Rugbyturnier, sowie die Weihnachtszeit. Oma Inge und Opa Uli kamen zur Unterstützung. Beim Rugby trainiere ich zwar noch mit dem Team, werde mich aber langsam als aktive Spielerin zurückziehen, das Schiedsrichtern ist eine Option, manchmal denke ich, dass das Coachen eines Jugendteams auch noch schön wäre. Nächstes Jahr hat Florian das Alter für einen Anfang im Rugby, mal sehen...
Rund um Weihnachten ist es wie immer hektisch, wo bleibt nur die Zeit. Opa wurde mit verschiedenen kleinen Projekten rund ums Haus beschäftigt, Oma hat die Weihnachtsshoppingtrips begleitet und beratend zur Seite gestanden. Vielen Dank für euren Einsatz, wir und die Kinder genießen es, dass ihr so viel Zeit mit uns verbringen könnt.
Jetzt sind wir schon fast auf dem Weg nach Cuxhaven. Opa Uli soll mich beim Reisen begleiten, wir hoffen, alles klappt, Florian hat zum Glück gerade eben sein Visum bekommen, nun können wir morgen versuchen, loszufliegen. Als Stand-by Flugreisende, d.h. nur, wenn der Platz frei bleibt, kommen wir irgendwo hin, ist es jedes Mal wieder ein Abenteuer. Morgen probieren wir es über Zürich und dann weiter nach Hamburg. Optimistisch sein ist die Devise.
Auf ein Treffen mit: Christina-Uwe-Frieda Giesen, Sandra und Kinder, Sarah+Kathrin, Franco+Angelika und Marek, Sabine sowie Familie Sauerbier freuen wir uns jetzt schon.
Danke an das Team im Amandus-Altenheim, das sich liebevoll um Opa kümmert. Wir wünschen Freunden, Bekannten und allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Susanne Gärtner
Eintracht unterliegt Werder Bremen 1:7
CUXHAVEN. Der Fußball-Bezirksliga-Meister FC Eintracht Cuxhaven hat am Mittwochabend vor 4000 Zuschauern auf dem Jahnsportplatz mit 1:7 (1:5) gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen verloren. Dabei... mehr


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