Wohnung demoliert, Gemeinde muss renovieren

BELUM.  Mietnomaden sind der Albtraum eines jeden Vermieters: Wenn sie über Nacht ausziehen, ist die Wohnung meistens nur noch durch eine Grundsanierung wieder bewohnbar zu machen. Auch die Gemeinde Belum ist jetzt Opfer eines solchen Randale-Mieters geworden. Nun muss teuer renoviert werden - ein Thema, das im Rat kontovers diskutiert wurde. Meinungsverschiedenheiten entzündeten sich vor allem am Kostenrahmen.

Im November waren die Mieter einer gemeindeeigenen Wohnung in der Deichstraße 1 ohne Kündigung ausgezogen. "Erst als man uns darauf aufmerksam machte, dass da wohl niemand mehr wohnt, haben wir Nachforschungen angestellt", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Linck (CDU). Über die Sozialbehörden ließ sich der neue Wohnort der Mieter ermitteln. Daraufhin festgesetzte Termine zur Räumung der Wohnung ließ der Mieter mehrfach verstreichen, am Ende musste der Bauhof der Samtgemeinde den größten Teil der Entsorgungsarbeiten übernehmen. Auch zwei Dachbodenräume waren mit Müllsäcken vollgestopft - 600 Euro kostete die Aktion insgesamt. "Die Wohnung selber befand sich in einem unbeschreiblich dreckigen und miserablen Zustand", sagt Bürgermeister Linck. Löcher seien in die Wände geschlagen worden, die Sanitäranlagen vollkommen demoliert, die Fensterrahmen beschädigt.

Zum 1. April ist die Wohnung bereits wieder vermietet. Das setzt die Gemeinde unter Zugzwang, zügig mit der Renovierung zu beginnen. Über das, was nun zu tun ist, waren sich die Ratsfraktionen uneins und leiteten eine Grundsatzdiskussion ein, in der selbst die Frage, ob man denn nun überhaupt wieder vermieten sollte, nicht ausgespart blieb. Die Debatte war von den Spannungen zwischen der Bürgerliste und der CDU-Opposition gekennzeichnet.

Linck hatte den Rat eingebunden, obwohl das nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Ausgaben bis zu einer Höhe von 10 000 Euro darf er im Alleingang ohne Ratsbeschluss tätigen. Trotzdem habe er für ein breites Votum und um im Falle unerwarteter Kostensteigerungen abgesichert zu sein, den Rat um die Genehmigung einer überplanmäßigen Aufwendung in Höhe von 11 000 Euro gebeten - ein Volumen, das er aber eigentlich nicht ausschöpfen wolle.

CDU-Fraktionsvorsitzende Jessica Meyer meinte, dass ihr das zu unverbindlich sei und bestand darauf, vorab zu wissen, wie teuer es den nun genau werde. Die CDU stellte daher den Antrag, das Thema zu vertagen. Die Ratsmehrheit lehnte das ab - auch mit Verweis auf den engen Zeitrahmen. Für die überplanmäßige Ausgabe von 11 000 Euro gab es am Ende dann doch grünes Licht - bei einer Enthaltung.

Von Roland Ahrendt

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