Windkraft als Chance verstehen
KREIS CUXHAVEN. Am 1. Oktober findet in Cuxhaven ein "Windbranchentag für die ganze Region statt. Er soll zeigen, dass sich "die Windkraft zukünftigen Herausforderungen stellt". Den Hintergrund erläutert Dipl. Kfm. Uwe Leonhardt Vorstand des BWE e. V. Regionalverband Elbe-Weser Nord.
"Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Jeder kann ihn bereits heute vor seiner Haustür wahrnehmen. Besonders unsere Küstenregion wird von den Auswirkungen des Klimawandels wie zum Beispiel dem Ansteigen des Meeresspiegels betroffen sein.
In Deutschland sind sich Regierungs- und Oppositionsparteien einig, dass mittelfristig nur die regenerativen Energien eine Lösung bieten können, um den CO2- Ausstoß bei der Energieerzeugung zu reduzieren und so aktiv die Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen. Wir wissen alle, dass wir uns dieser Aufgabe auch für die nachfolgenden Generationen stellen müssen. Wir können uns nicht aus der Verantwortung stehlen nach dem Motto "Not in my back yard". In unserem windreichen Landkreis haben wir den Raum und die Möglichkeiten, einen Beitrag dafür zu leisten.
Intelligent ansiedeln
Diese Aufgabe sollte nicht als Belastung, sondern als Chance begriffen werden. Unsere ohnehin eher strukturschwache Region ist zusätzlich vom demographischen Wandel betroffen, der zu Orten mit leer stehenden Häusern und fallenden Immobilienpreisen führt. Daraus resultieren sinkende Einnahmen für die Gemeindehaushalte, sodass die Gemeinden kaum noch ihre Aufgaben wahrnehmen können und zunehmend unattraktiver für junge Familien werden.
Eine intelligente Ansiedlungspolitik für Unternehmen aus dem Bereich der regenerativen Energien kann diesen Trend durchbrechen. Sie kann unterstützen, in unserer strukturschwachen Region neben dem Tourismus eine zukunftsorientierte Industrie zu verankern, welche dezentral qualifizierte Arbeitsplätze und Einkommen schafft und mittelbar auch landwirtschaftliche Betriebe stärkt. Die Ansiedlung von Anlagenherstellern, Bauunternehmen und regionalen Planern und Entwicklern wirkt sich unmittelbar auf die Gewerbesteuereinnahmen in den Haushalten unserer Städte und Gemeinden aus.
Bereits heute befinden sich z. B. die Produktionsstandorte für Windkraftanlagen überwiegend im norddeutschen Bereich, deren Produkte weltweit nachgefragt werden.
Der Bundesverband Windenergie BWE e. V. wird über diese Chancen in unserer Region informieren und lädt dazu am Freitag, 1. Oktober 2010, ab 14 Uhr zum "Windbranchentag der Region Cuxhaven" in die Hapag-Hallen am Steubenhöft in Cuxhaven ein. Genauere Informationen können Interessenten im Internet dem Programm unter www.wind-in-niedersachsen.de entnehmen.
Neben renommierten Unternehmen wie ENERCON GmbH, Vestas GmbH, PNE Wind AG, Repower Systems AG, Energiekontor AG, Cuxport GmbH, Energiequelle GmbH, Ambau GmbH und der Umwelt Management AG UMaAG werden sich das ForWind-Zentrum für Windenergieforschung (ein Zusammenschluss der Universitäten Hannover, Bremen und Oldenburg) sowie die Hochschule Bremerhaven im Rahmen einer Jobbörse vorstellen. Außerdem werden die beteiligten Firmen über Ausbildungsmöglichkeiten in den verschieden Bereichen der erneuerbaren Energien informieren."
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Zumutung
Wer behauptet, der Trend zu fallenden Immobilienpreisen und nachlassender Attraktivität für junge Familien könne ausgerechnet durch noch mehr Windturbinen durchbrochen werden, der versucht, den Leuten einen windigen Bären aufzubinden.
Die Windkraft stellt sich keineswegs zukünftigen Herausforderungen, wie es großspurig behauptet wird. Vielmehr bleibt die Windkraft auch in modernem Gewande eine Alttechnologie, die immer auf den schwankenden Wind angewiesen ist.
Man lese nach bei Wilhelm Busch:
Aus der Mühle schaut der Müller,
Der so gerne mahlen will.
Stiller wird der Wind und stiller,
Und die Mühle stehet still.
So geht's immer, wie ich finde,
Rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn, so fehlt's am Winde,
Hat man Wind, so fehlt das Korn.















