Wann kommt das Krabbenschälzentrum?
CUXHAVEN. Wann nimmt das in Cuxhaven geplante Krabbenschälzentrum endlich den Betrieb auf? Um diese Frage ging es Montagnachmittag im Ausschuss für Wirtschaft und Häfen unter Vorsitz von Jochen Werwath.
Wie in den Cuxhavener Nachrichten berichtet, plant der gebürtige Pole Gregor Kucharewicz aus Bremerhaven im ehemaligen im ehemaligen Seeadler/Norda-Lysell-Gebäude an der Neufelder Straße rund zwei Dutzend Krabbenschälmaschinen aufzustellen und im Mehrschichtenbetrieb bis zu 60 Mitarbeiter zu beschäftigen.
Von der Niedersachsen-Ports GmbH ist inzwischen eine Menge Geld in das rund 50 Jahre alte Produktionsgebäude im Hafenbereich investiert worden. Für das geplante Krabbenschälzentrum wurden Produktions-, Lager- und Kühlhallen hergerichtet und darüber hinaus eine Andockstation für Lkw gebaut.
Das Krabbenschälzentrum sollte bereits Ende des vorletzten Jahres in Betrieb gehen, erinnerte während der Sitzung des Ausschusses für Häfen und Wirtschaft Ulrich Schröder (Linke): "Doch die Krabbenschälmaschinen sind immer noch nicht aufgestellt." Schröder fragte nach dem Verbleib der Steuergelder, die in dieses Projekt geflossen seien - nach seinen Angaben fast eine Dreiviertelmillion Euro aus dem Topf der einzelbetrieblichen Investitionsförderung. Nun wollte er wissen, wo die 724000 Euro geblieben und welche Investitionsmaßnahmen mit dem Geld getätigt worden sind.
Wie der Leiter der städtischen Agentur für Wirtschaftsförderung, Dr. Hans-Joachim Stietzel, während der Ausschusssitzung mitteilte, handelt es sich bei den genannten Fördermitteln in Höhe von 724000 Euro um Landes- und/oder Bundes- beziehungsweise EU-Mittel, die direkt von der NBank in Hannover verwaltet werden.
Dort erfolge auch die Antragsstellung, die Erstellung des Förderbescheids und die Auszahlung des Gelds. Ob diese Mittel vollständig oder nur in Teilen ausgezahlt worden sind, sei Angelegenheit der NBank und entzieht sich der Kenntnis der Cuxhavener Wirtschaftsförderung. Dr. Hans-Joachim Stietzel begründete: "Die Agentur für Wirtschaftsförderung ist nicht in die Verwaltungsstrukturen der NBank eingebunden."
Dr. Stietzel machte darüber hinaus deutlich, dass keine Haushaltsmittel der Stadt Cuxhaven in das Ansiedlungsvorhaben Krabbenschälzentrum geflossen sind. Nach seinen Angaben fand am 30. November vergangenen Jahres eine Vorortkontrolle durch die NBank in Cuxhaven statt. Zur Zeit laufe ein Prüfungsverfahren zwischen der NBank und dem Zuwendungsempfänger. Dazu liegen der Agentur für Wirtschaftsförderung jedoch keine weiteren Informationen vor.
Während der Ausschuss-Sitzung wies der Leiter der NPorts-Zweigniederlassung Cuxhaven, Hans-Gerd Janssen, darauf hin, dass seit Anfang Dezember 2008 ein Mietvertrag für das Krabbenschälzentrum besteht, der nach wie vor ungekündigt ist. Mehrfach sei im Kontakt von dem Geschäftsführer dieses in Cuxhaven geplanten Unternehmens die Betriebsaufnahme angekündigt worden: Mitte Oktober vergangenen Jahres wurde signalisiert, dass die Produktion kurzfristig aufgenommen werden sollte. Doch daraus sei nichts geworden. Dann wurde die Ankunft der ersten Krabbenschälmaschine für Dezember angekündigt. "Sie ist bis jetzt nicht da", machte am Montag Cuxhavens NPorts-Chef deutlich.
"Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Krabbenschälzentrum kommt", informierte der NPorts-Niederlassungsleiter die Ausschussmitglieder. "Es liegt in unserem Interesse, dass die Produktion aufgenommen wird", sagte Janssen mit Hinweis auf die insgesamt angepeilten 60 Beschäftigten: "Unser Ziel ist es, diese Arbeitsplätze für Cuxhaven zu generieren." Janssen bestätigte auf Nachfragen, dass die Informationspolitik seitens des Unternehmens in der Frage des Betriebsstarts nicht glücklich war.
Von Eberhard Wendt
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