"Wachen als "Wärmestuben" im Notfall?
CUXHAVEN. Sind Feuerwachen und Feuerwehr-Gerätehäuser dazu geeignet, im Notfall als "Wärmestuben" und Zuflucht für betroffene Menschen zu dienen? Das Thema beschäftigte jetzt den städtischen Fachausschuss.
Die Beratung begann mit einem Missverständnis: "Warum wird denn die Feuerwache nicht ausreichend geheizt", wurde Thomas Gillert als Chef der Berufsfeuerwehr gefragt, als im Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung der Tagesordnungspunkt "Warme Feuerwache" aufgerufen wurde. Dabei ging es gar nicht um eine angenehme Arbeitsplatz-Temperatur für das Team um Gillert, wie aus dessen Ausführungen deutlich wurde. Es ging vielmehr um die Frage, ob, wie und wo im Falle eines völligen Energie-Ausfalles die Versorgung der Bevölkerung sicher gestellt werden kann.
Ausgangspunkt ist jene Blitzeis-Katastrophe, die vor einigen Jahren Nordrhein-Westfalen lahm legte. Es gab zwischenzeitlich weder Strom noch Gas, woraus die Landesregierung die Konsequenz gezogen hat, dass Feuerwachen und Gerätehäuser energetisch autark ausgestattet werden und als "Wärmestube im Katastrophenfall" dienen sollen. Vor diesem Hintergrund war Gillert gebeten worden, das Problem und eventuelle Lösungen für Cuxhaven zu überdenken.
Es geht dabei, wie er betonte, nur um eine Situation, in der es kurz- oder längerfristig weder Strom noch Gas und eventuell auch keine Wasserversorgung gibt. Unter normalen Versorgungsumständen bieten Schulen in Cuxhaven ausreichend Zuflucht; vor allem die außerhalb einer eventuellen Überflutung.
Will man nun eine so genannte "warme Feuerwache" installieren, müssen zahlreiche Bedingungen erfüllt sein. Denn mit einem ausreichend dimensionierten Notstromaggregat ist es nicht getan.Gillert listete die Ergebnisse seiner Recherche detailliert auf, nannte die erforderlichen technischen und räumlichen Faktoren und sparte auch die finanzielle Dimension nicht aus. Konkret stellte er fest, dass keines der Cuxhavener Feuerwehrgerätehäuser heute entsprechende Voraussetzungen bietet, ebenso wenig die Hauptfeuerwache in der Innenstadt. Der dort verfügbare Platz sei erforderlich, um auch im Katastrophenfall die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr(en) sicher zu stellen - deswegen werden zum Beispiel die Fahrzeughallen per Notstromaggregat geheizt, wenn die Grundversorgung ausfällt.
Um für die Versorgung von, angenommen, 1000 Menschen gerüstet zu sein, müsste laut Gillert ein (Schul-)Gebäude speziell ausgerüstet und umgebaut werden. Die dann dort eingebaute Infrastruktur müsse zudem gewartet und der praktische Einsatz regelmäßig geübt werden - Voraussetzungen, die schwerer zu erfüllen seien als auf den ersten Blick angenommen.
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Im Übrigen wären meiner Meinung nach Turnhallen bei Weitem besser geeignet Zuflucht zu bieten, als Feuerwachen!















