Trauer um die Unfalltoten
CUXHAVEN. Am Tag nach dem tragischen Unfalltod von drei jungen Leuten aus Altenwalde reißt die Anteilnahme nicht ab. "Wie vor den Kopf gestoßen" fühlen sich auch Menschen aus dem weitläufigeren Umfeld der Verstorbenen: Im Internet, aber auch an der Unfallstelle selbst brachten sie den gestrigen Tag über ihre Trauer zum Ausdruck.
"Wir werden euch niemals vergessen!" steht auf einem in Klarsichtfolie eingepackten Zettel, den Trauernde neben einem aus Kiefernleisten gebauten Holzkreuz befestigt haben. Oberhalb der Grabenböschung, an deren Fuß Nico, Dennis und Marcel am Sonntagmorgen tot geborgen wurden, haben Angehörige und Freunde zahllose Grablichter aufgestellt; ihren Schein werfen sie auf Fotos, auf denen immer wieder drei junge Gesichter zu sehen sind: typische Party-Schnappschüsse, wie sie Jugendliche mit ihren Handys aufnehmen. Die Unbekümmertheit, die diese Bilder vermitteln, macht auf schmerzhafte Weise deutlich: Hier wurden drei Menschen viel zu früh aus dem Leben gerissen.
"In Altenwalde ist es noch so wie auf dem Dorf: Die Betroffenheit im Ort ist unglaublich groß", berichtet Seelsorgerin Reni Kruckenmeyer-Zettel, die gestern Vormittag spontan die Altenwalder Realschule aufsuchte. Dort hatten alle drei Verunglückten einen großen Teil ihrer Schulzeit verbracht. Zwei von ihnen besuchten die Berufsbildenden Schulen Cuxhaven, wo am gestrigen Montag zwei Pastoren bereit standen. "Wir haben auch Kontakt zu den Familien der Opfer", ergänzte Kruckenmeyer-Zettel.
Der Cuxhavener Polizei, die am Montagmorgen eine aus vier Beamten des Fachkommissariats Verkehr bestehende Ermittlergruppe einrichtete, ist es gelungen, weite Teile der Unglücksnacht zu rekonstruieren. Polizeisprecherin Anke Rieken bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass die drei jungen Leute, die später in einem Wassergraben neben der Altenwalder Chaussee ertranken, in der Zeit zwischen Sonnabend und Sonntag eine Geburtstagsparty besucht hatten.
"Die Feier haben sie nach unseren Erkenntnissen gegen halb drei zu Fuß verlassen", berichtete Rieken. In der Absicht, noch irgendwo einen Happen zu essen, bestiegen der 16-, der 17- und der 19-Jährige anschließend das Auto des Ältesten. Alles spricht dafür, dass sie Richtung Cuxhaven-Innenstadt fuhren; die Polizei sucht deshalb nach Zeugen, die Nico, Marcel und Dennis mit ihrem Citroën an einem Imbiss oder einem Schnellrestaurant gesehen haben könnten. "Sie waren vermutlich wieder auf dem Rückweg, als sie verunglückt sind", sagte die Polizeisprecherin.
Zum Unfallhergang selbst erlangten die Ermittler auch am Montag keine neuen, weiter führenden Erkenntnisse. Unklar bleibt, warum der mit den drei jungen Leuten besetzte Kleinwagen kurz hinter der Einmündung Heerstraße steil nach links von der Straße abkam, über den Böschungsrand katapultiert wurde und dann mit dem Dach voraus ins gut ein Meter tiefe Wasser tauchte. Die Unfallstelle soll am Montagabend Ziel eines Trauermarsches gewesen sein.
Von Kai Koppe
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