Strandgut - gesammelt von Hans-Christian Winters
(1) Aber Kritik will ja keiner hören in Cuxhaven und wird sicher nicht veröffentlicht." Dieser Satz aus einem jüngst veröffentlichten (sic!) Leserbrief gibt mir doch zu denken. Der Autor äußerte dort eine zornige Pauschalkritik an "der Stadt", die seines Erachtens die Entwicklung verpennt hat und deswegen auch alle von kritischen Gästen und enttäuschten Cuxhaven-Liebhabern öffentlich geäußerte Kritik verdient hat. Mit Kritik ist das ja so eine Sache: Sie kann berechtigt sein oder unfair, detailliert und konstruktiv oder so pauschal, dass mit ihr niemandem gedient ist. Wer eigentlich ist "die Stadt"? Sind es wirklich die paar Ratsdamen und -herren, wirklich nur der Oberbürgermeister (dessen Titel ja das Wort "Bürger" enthält) oder sind es nicht eigentlich wir alle? Was soll also "die Stadt" dagegen machen, dass ihr die Einwohner abhandenkommen? Cuxhaven war eine der ersten Städte, die sich sogar in einem Rats-Ausschuss und mit diversen Projekten um die Folgen des demografischen Wandels gekümmert haben - zu einem Zeitpunkt, als andere noch den Schlaf der Ignoranten schliefen. Das wird nicht zur Kenntnis genommen, "die Stadt" ist schuld, wenn die Einwohnerzahl abnimmt. Und jedem, der einen "guten Job hat", wird geraten, so schnell wie möglich wegzuziehen, "bevor in Cuxhaven endgültig die Lichter ausgehen". Ja, hallo: Merkt einer noch was? Fällt die Absurdität dieser Kritik noch jemandem auf? Mag ja sein, dass Lokalpolitiker und Verantwortliche im und außerhalb des Rathauses sich nicht immer durch besondere Kritikfähigkeit auszeichnen - ich will mich persönlich da durchaus nicht ausnehmen. Aber wenn Kritik, dann bitte eine, mit der man etwas anfangen kann. Pauschale Kritik über "die Stadt" oder "das Käseblatt, in dem eh nichts drinsteht", ist weder angemessen noch hilfreich. Und ändert gar nichts. Für konstruktive Ideen, Wünsche, Anregungen, Erwartungen und Vorschläge sind wir jederzeit empfänglich. Und wir freuen uns, wenn Menschen unsere Arbeit ernst nehmen und kritisch-konstruktiv begleiten - nicht nur beim Schützenfest in Altenbruch. (2) Kritik 2: Nach der vielfach geäußerten Kritik am Zustand der Innenstadt darf man auf den kommenden Mittwoch gespannt sein: Die IHK hat zum 2. Innenstadt-Gipfel geladen (4.8., 19.30 im Schloss). Mal sehen, ob wieder viele fehlen, die dann anschließend mosern, sie wären nicht gefragt worden... (3)Wie gut andererseits, dass wir in Cuxhaven leben und nicht in Lingen. Die schöne Stadt im Emsland hat nämlich ein Problem: Niemand will dort CDU-Oberbürgermeister werden. Die Lingener sind vor der (Wahl-)Zeit um einen neuen Verwaltungschef verlegen, weil Amtsinhaber Heiner Pott noch von Ex-Ministerpräsident Wulff als Staatssekretär ins Sozialministerium nach Hannover berufen wurde. Potts Erbe ist verlockend: Gut 56?000 Einwohner, vier Prozent Arbeitslosigkeit, Hochschule am Ort, keine bekannten Siedlungs-Probleme, als Urlaubsziel beliebt - wie die HAZ notiert. Und was noch mehr gilt: Seit Jahren satte Mehrheiten für die CDU, Pott selber erhielt seinerzeit bei der Direktwahl 65 Prozent der Stimmen. All dies zieht aber offenbar nicht: Die CDU scheint keinen Kandidaten zu finden, während SPD, Grüne und eine Wählerinitiative bereits ihre Kandidaten präsentiert haben. Bis zum 9. August läuft die Frist, man kann sich noch melden. Am 12. 9. wird gewählt - da müsste sich doch ein junger, dynamischer und ehrgeiziger CDU-Politiker finden, der dieses risikolose Unterfangen wagt - wenn er keinen Bock mehr hat, kann er ja immer noch brutalstmöglich aussteigen. In Cuxhaven, wo die Dinge umfeldmäßig anders liegen, scheint es anders zu laufen: Es gibt welche, die wollen, aber nicht sollen; solche, die wollen, aber nicht können; welche die können, aber nicht sollen - alles ein bisschen unübersichtlich. Immerhin: Die CDU erhebt einen Anspruch auf die Führungsposition - obwohl die Partei hier in der Stadt weder die Landtags- noch die Bundestagswahl gewinnen konnte. Aber gut Ding will bekanntlich Weile haben: Wir wählen ja erst am 11. September 2011 eine(n) neue(n) OB. Und müssen zuvor noch klären, ob weiter Andreas Otto oder jemand anderes das schwindsüchtige Stadtsäckel verwaltet - auch kein Job, der vergnügungssteuerpflichtig zu nennen wäre.Â
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Leserkommentare
"die Stadt" und "Deutschland"
Sicherlich werde ich dann in den CN nicht mehr von Deutschland lesen, sondern von der Nationalmannschaft, oder?
Bei den olympischen Spielen sprechen wir dann im Medaillenspiegel nicht von Deuschland sondern von den deutschen Athleten, oder?
Da weder bei der einen oder anderen Veranstaltung nicht ca. 82 Millionen teilnehmen, können wir auch nicht von Deutschland schreiben. Das wäre bestimmt zu pauschal.
Da Sie von "dem Käseblatt, in dem eh nichts drinsteht" schreiben, möchte ich doch einmal Kritik äussern.
Sie können mir sicherlich erklären, warum angekündigte Artikel mit einem Tag Verspätung, oder warum in einer Ausgabe Artikel doppelt erscheinen?
In der Hoffnung einer Antwort Ihrerseits an dieser Stelle verbleibe ich mit freundlichen Grüssen
Strandgut Kritik
wenn Sie sich doch schon so kritisch äußern, dann doch bitte aber auch richtig. Denn: Das Ahoi- Bad ist nicht das einzige Bad, welches im Winter noch in Cuxhaven geöffnet hat. Auch wenn leider immer mehr die Öffnungszeiten (nur noch Sa. 9-17 Uhr ) des Hallenbades für die Badegäste schrumpfen, so hat es doch trotz allem im Winter geöffnet und steht den Bürgern zur Verfügung. Und der Eintritt dürfte mit 2,50 € noch erschwinglich sein.
Es gibt ohne Zweifel eine Menge Punkte, die man in und an Cuxhaven kritisieren kann, aber man sollte dies genau und richtig tun...
Kritik?
Was hat den bitte schön die Sanierung einer Straße mit Kritikfähigkeit zu tun? Und ein Bürgermeister hat auch nur eine Stimme im Rat der Stadt. Ein wenig "präziser" dürfen Sie sich schon ausdrücken. Dann lässt sich da auch sicher mit jedem sachlich drüber streiten. Aber so.....? Damit bestätigen Sie doch nur die Aussagen von Herrn Winters, der für offene, ehrliche Fakten bestimmt immer offen ist!
Strandgut Kritik
mit Schotter ohne Ende und Schlaglöcher.''1973'' in Griechenland waren die Straßen auch mal so!! Gehen Sie mal durch die Nordersteinstr. Fällt Ihnen was auf?? Wer dann noch sagt, dass es an genauer Kritik fehlt, kann nur ein
Politiker oder sein Anhang sein.


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