STRANDGUT - Gesammelt von Hans-Christian Winters
(1) Die Hoffnung, dass der Kelch einer erneuten Erwähnung im gefürchteten aktuellen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler an Cuxhaven vorbeigehen möge, war vergeblich: Seit Donnerstag liegt es vor und wir kommen auch drin vor. Allerdings ist Cuxhaven selber ausnahmsweise ganz unschuldig: Auf Seite 87 wird erneut angeprangert, wie sich der Bund in Sache "Cux-Hafen-Haus" verhalten hat.
Nicht nur der rein finanzielle Schaden, den das zuständige Ministerium auf ca. 3,8 Mio. Euro beziffert, empört die Mannen um Karl-Heinz Däke, sondern auch, dass man sich in Berlin weigert, irgendjemanden für den Schlamassel um die Unterbringung des Maritimen Sicherheitszentrums verantwortlich (und haftbar) zu machen. In der Sache sind die Dinge ja nun klar: Für das MSZ wird im Anschluss an den Komplex des Wasser- und Schifffahrtsamtes neu gebaut, und das "Cux-Hafen-Haus" ist in toto die neue Heimat der Plambeck-Holding.
(2) Drei Faktoren sind in den letzten Wochen ein bisschen unglücklich zusammen getroffen - und haben mancherlei Verdruss ausgelöst: Erstens gab es nach der Bundestagswahl noch eine kurze Nachrichtenspitze in Cuxhaven zu der Frage, wer denn nun gefühlt oder tatsächlich gewonnen oder verloren hat - und dann das große Erschlaffen.
Das wurde zweitens durch den Beginn der Herbstferien begünstigt, die in dieser Stadt (trotz der zahlreichen Gäste) so nachrichtenarm sind, wie ich es noch in keiner anderen Stadt erlebt habe. Andernorts spricht man vom "Sommerloch", in Cuxhaven ist es eher ein 14-tägiges "Herbstloch".
Und dessen Folgen trafen diesmal drittens mit den Veränderungen in Layout und Angebot dieser Zeitung zusammen, was zu dem Eindruck geführt hat, die CN habe nicht nur ihr Aussehen verändert, sondern auch die lokale Berichterstattung reduziert. Schwacher Trost: Das wäre im alten Layout auch passiert - wo nix passiert, gibt es auch wenig zu berichten.
So war der Eindruck ungewollt negativ - aber die Herbstferien sind ja am Montag vorbei und auch das örtliche wie kommunalpolitische Leben wird sicher in Kürze wieder in Gang kommen. Und weil Veränderungen immer auch etwas Zeit brauchen, um ihre erhoffte positive Wirkung zu erzielen, bitten wir alle, die uns mit kritischer Sympathie oder wenigstens wohlwollender Skepsis begleiten, um ein bisschen mehr Geduld. Neue Regierungen bekommen auch 100 Tage zugestanden...
(3) Apropos Regierungen. Auch wenn das Volk gesprochen und die künftige schwarzgelbe Koalition mit einer deutlichen Mehrheit ausgestattet hat, darf man durchaus weiterhin kritisch Distanz zu ihr wahren. Das hat auch nichts mit dem zu tun, was Ted Kennedy einst völlig richtig gesagt hat: " Wenn man nicht verlieren kann, verdient man auch nicht zu gewinnen." Diesen Satz meinte ein zorniger Leser mir als Reaktion auf das letzte Strandgut zusenden zu sollen - als hätte ich verloren...
Aber manches, was man jetzt so aus Berlin hört, nimmt doch Wunder: Kann es sein, dass die bösen SPD-Minister ihrer Chefin vor der Wahl arglistig verschwiegen haben, wie es um die Finanzen steht, so dass sie tatsächlich, um das "wahre Ausmaß der finanziellen Misere" zu erkennen, erst des "schonungslosen Kassensturzes" nach der Wahl bedurfte?
(4) Es ist ja noch ein bisschen hin, aber Weihnachten kommt am Ende bekanntlich immer so plötzlich. Da wird es uns alle, denen uns schon jetzt der Stress der Weihnachtsbaum-Auswahl am Stand oder in der Schonung, bei Schmuddelwetter oder klammer Kälte bevorsteht, eine Nachricht aus dem Sauerland erfreuen.
Denn das festliche Grün kann ab sofort im Internet bestellt werden. Am Bildschirm kann man sich von Wuchs und Schönheit des echten Tannenbaumes überzeugen, stressfrei im Familienrat beschließen und ordern.
Ein vorfestliches Halleluja auf Elmar Gödde: Der Tannen-Anbauer aus Schmallenberg macht es auf seinem Internet-Portal www.arborrex möglich - allerdings erst ab 15. November. Der Baum kommt dann pünktlich per Paket. Drei Kleinigkeiten bleiben offen: Die identifizierende EAN-Nummer wächst noch nicht mit und muss händisch befestigt werden. Schmücken muss man weiterhin selber. Und dass der Baum im Ständer gerade steht, garantiert auch Gödde nicht.
PS: Ein "Strandgut" gibt's wieder am 7. November. Bis dahin alles Gute.
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Leserkommentare
Buch zur WDR-Fernsehserie Sommer `39 (Juli 2009, von Werner Biermann)
Eine Anmerkung zu dem o.g. Buch, welches im Zusammenhang mit dem WDR-Film erwähnt wurde: Der Inhalt hat die an ihn gestellten Erwartungen im Sinne des – zivil klingenden – Titels >Sommer `39< nicht erfüllen können; im Gegenteil sogar enttäuscht, da den Betroffenen kein Mitleid entgegengebracht wurde! Dagegen hat die überbordende/unnötige? >Regierungs<-Betrachtung dem "Persönlichen" die Luft abgeschnürt!
Mit freundlichen Grüßen


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