Saison-Ausklang mit Butt-Fest und "Op no Dös":
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8. Februar 2010

Strandgut - gesammelt von Hans-Christian Winters

Kirche (1). Soziologisch werden Menschen je nach ihrem Verhältnis zur Kirche in sog. Milieus eingeteilt. Das höchste, was man dabei als Laie erreichen kann, ist "hochverbunden": Mitglied, am innerkirchlichen Geschehen interessiert, im Idealfall ehrenamtlich engagiert und Abonnement der Kirchenzeitung. Selbst derart "hochverbundenen" Kirchengliedern fällt es bisweilen schwer, die kirchliche Terminologie korrekt anzuwenden.

Um also alle Unklarheiten zu beseitigen: Hans-Jörg Meyer-Möllmann, Superintendent des Kirchenkreises Land Hadeln, ist nicht nur beauftragt, den Kirchenkreis Cuxhaven "mitzuversehen". Ausweislich der Ernennungsurkunde, die er am 23. Januar in Otterndorf erhielt, ist er zugleich auch Superintendent des Kirchenkreises Cuxhaven.

Meyer-Möllmann, von den schneebedeckten Höhen des Harzes in die winterliche Traufe an der Elbe gekommen (zum Kirchenkreistag am Mittwoch benötigte er von seinem Übergangssitz in Neuenkirchen bis Duhnen rund eine Stunde), leitet also als oberster Theologe zwei Kirchenkreise. Denn es gibt sie beide noch, auch wenn sie sich mit Elan auf den gemeinsamen Weg zur landeskirchlich gewünschten Fusion gemacht haben; ja, man meinte beim ersten KKT mit dem neuen theologischen Oberhirten gar eine gewisse "Fusions-Euphorie" zu spüren.

Man muss aber kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass es noch etliche Steine des Anstoßes auf dem Weg geben wird, bis die Fusion vollzogen ist. Wobei Meyer-Möllmanns gelassener (und die Verschiedenheit in der Gemeinsamkeit zulassender) Ansatz, den er am Mittwoch vertreten hat, der gemeinsamen Sache gut tun dürfte. Aber ob und welchen Einfluss die Entwicklungen südlich von Cuxhaven (in den Kirchenkreisen Wesermünde Nord und Süd sowie Bremerhaven) auf den Fusionsprozess haben könnten, muss sich erst zeigen.

Kirche (2). Das zu bewerten und ggf. zu beeinflussen wird eine wesentliche Aufgabe sein, die auf den neuen Landessuperintendenten im Sprengel Stade zukommen wird. Nachdem ich an dieser Stelle bedauert hatte, dass leider keine Frau zur Wahl stand, muss ich nun auch ebenso freimütig sagen, dass mich die inzwischen erfolgte Berufung von Hans-Christian Brandy sehr erfreut. Ich habe ihn während meiner Zeit als Synodaler kennen- und schätzen gelernt und freue mich persönlich sehr auf die Zusammenarbeit.

Kleiner Text, große Wirkung: Mein kleines "Moin Cuxhaven" über verschwindende Worte hat bundesweit für einiges Aufsehen gesorgt, habe ich mich doch eines schweren linguistischen Vergehens schuldig gemacht: Ich hatte rhetorisch gefragt "Fehlen Ihnen auch manchmal die Worte?" und dann den formal korrekten Unterschied zwischen "die Worte" und "die Wörter" einfach ignoriert. Das ist in Kreisen von Sprachpuristen gar nicht gut angekommen, weswegen ich mich an dieser Stelle reuig und schuldig im Sinne der germanistischen Anklage zeige. Sagen wir mal so: "Worte" bezeichnet die Gattung und kann auch mehrere Wörter umfassen, etwa bei Sprichworten. Wörter ist der normale Plural, was zu beachten gewesen wäre. Dennoch: Ich freue mich, wenn Sie mir Wörter melden, die Ihnen fehlen - erinnern wir uns an sie, bevor sie aus dem aktiven Wortschatz ganz verschwinden (gerne über die Kommentarfunktion oder an HCWinters@cuxonline.de).

 

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