Schwerer Fahrradunfall: Sie schauten hin und halfen
CUXHAVEN. Es war eine Polizeimeldung, nach der man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen konnte: Der schwere Fahrradunfall, bei dem die mutmaßlichen Verursacher das Opfer, eine 71-jährige Frau, mit mehreren Knochenbrüchen einfach liegen ließen, hat viel Mitgefühl erregt.
Auf Anregung der CN kamen jetzt die drei Zeugen und Manfred Rabe, Ehemann des Opfers, bei der Polizei Cuxhaven zusammen. Dieser war froh, den dreien noch einmal danke sagen zu können.
Deren erste Frage: "Wie geht es Ihrer Frau?" _ Viel Gutes konnte er nicht berichten, denn diese liegt nach wie vor mit komplizierten (Trümmer-)Brüchen an Kniescheibe, Arm und Nase im Cuxhavener Krankenhaus.
Nur eine kleine Radtour hatten Brunhilde und Manfred Rabe aus dem Harz am 11. August machen wollen. In Höhe Tierheim endete die Fahrt jäh: Drei Männer, die auf dem Radweg in der verkehrten Richtung unterwegs waren, kamen ihnen entgegen; einer von ihnen erwischte Brunhilde Rabe.
Die schlimmsten Erwartungen ihres Mannes erfüllten sich, als er sich umdrehte. Seine Frau schwer verletzt - und die Verursacher auf der Flucht. Martin und Daniel G. (die Namen der Zeugen werden auf Bitten der Polizei nicht voll genannt), 18 und 16 Jahre alt, waren gerade mit ihren Fahrrädern auf dem Rückweg aus der Schule, als sie die Situation vorfanden. Daniel rief per Handy den Rettungsdienst. "Es ist schon komisch, gerade am Abend zuvor war ich beim ersten Teil eines Erste-Hilfe-Kurse gewesen", sagt er.
Auch für Sieghard H. (51) aus Altenwalde war es überhaupt keine Frage, seine Hilfe anzubieten, als er die Unfallstelle sah. Zusammen mit dem 18-jährigen Martin fing er einen der Flüchtigen ein. "Das kann ja wohl nicht angehen, wenn ich einen Unfall verursache, muss ich auch dazu stehen", sagt Sieghard H. "Es ist ein gutes Gefühl, dass wir geholfen haben", findet Daniel. "Dies würde man sich ja auch für sich selbst wünschen."
Aber das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, betont Bernd Deutschmann, Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch: "Viele sind in einer solchen Situation wie blockiert."
Um so mehr dankte er den Beteiligten und wünschte sich, dass sich unser Gesellschaft der Blick für die Mitmenschen wieder schärfen würde.
Diese Reise hatte das Ehepaar von seinen Kindern vor kurzem zur goldenen Hochzeit bekommen. Und die "richtige" Reise - nach Südtirol - sollte sich eigentlich im Oktober noch anschließen. Daraus wird jetzt nichts. Und auch sonst zeichnet sich noch nicht ab, ob die Verletzungen jemals wieder richtig verheilen werden.
Während zwei Unfallbeteiligte bekannt sind, geht die Fahndung nach dem dritten, dem mutmaßlichen Unfallverursacher, weiter. Laut Polizeiangaben soll er etwa Mitte 20, von schlanker Statur und möglicherweise osteuropäischer Herkunft sein.
Von Maren Reese-Winne
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Leserkommentare
Fahrradunfall
Du kannst moken, wat du wullst, de Lüt snack doch!!!!!
Stimmt nicht
Bevor du was von Einträgen ins Führungszeugnis schreibst solltest du dich darüber informieren.
Straftaten werden erst ab sechs Monaten Freiheitsstrafe ins Führungszeuhnis eingetragen (auch auf Bewährung).
Ich kenne keinen Richter der Helfer eines Opfers wegen so etwas verurteilt. Deine Einstellung ist Feigheit und führt mit zur Verrohung unserer Gesellschaft.
Gruß Martin
ja genau
wenn man dann angemessene gewalt anwendet, um ihn bis zum eintreffen der polizei festhält, zeigt der dich wegen körperverletzung an und du wirst aber sowas von verurteilt.
deswegen, der frau helfen ist super, aber den typen hinterherfahren auf gar keinen fall.
mein führungszeugnis ist mir wichtiger.
zivilcourage nein danke. nicht ohne gesetzesänderung

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