Schatzsuche mit GPS-Technik
KREIS CUXHAVEN / HELGOLAND. Sie liegen in der Sahlenburger Heide, im Cuxhavener Schlosspark und auf dem Telegraphenberg in Hechthausen; man findet sie an der Oste, im Wattenmeer und neuerdings auch auf Helgoland: kleine Dosen und Schachteln, im Boden vergraben, hinter Schildern festgebunden oder einfach in dunklen Ecken versteckt. Die meisten Bewohner laufen ahnungslos an ihnen vorbei, nur wer gezielt sucht und sich im Internet die richtigen Koordinaten besorgt, kann sie finden.
Immer mehr Technikfreaks und Naturliebhaber gehen mit Navigationsgerät auf Schnitzeljagd. Rund 90 000 derartige Verstecke, sogenannte Caches, sind mittlerweile verteilt über die gesamte Republik, weltweit sollen es sogar mehr als 900 000 Schätze sein.
Es beginnt am heimischen PC: Schatzsucher finden die geografischen Koordinaten der Caches auf sogenannten Geocache-Seiten im Internet. Die meisten von ihnen verbergen sich in Naturverstecken. Sie lassen sich nur über unkonventionelle Spaziergänge entdecken.
Das Ziel sind in der Regel Plastikdosen oder Kisten, in denen Krimskrams wie Schlüsselanhänger oder Plastikfiguren liegen.
Anschließend geben die Schatzsucher die Koordinaten in das GPS-Gerät ein, das den Ort auf zehn bis 20 Meter genau findet. Dann geht die Suche los. Im Gegensatz zur herkömmlichen Schatzsuche wird der Cache nach dem Fund jedoch nicht mit nach Hause genommen. Stattdessen trägt sich jeder Besucher eines Caches in das Logbuch ein und versteckt den Schatz anschließend wieder an der Stelle, an der er gefunden wurde. Auf den Webseiten wird jeder Fund protokolliert. Die Hauptsache bei der digitalen Schnitzeljagd ist also nicht der Schatz, sondern die Suche selbst.
Auch Mathias Dittmer, seit Oktober 2008 Pastor auf der Insel Helgoland, ist ein Geocacher. Neben Segeln ist die Internet-Schnitzeljagd seine große Leidenschaft.
Auf dem von ihm ins Netz gesetzten "Helgoländer Micro Pilgerpfad" führt der ehemalige Marinepastor mit dem Cachernamen "Aestiva" zu zehn Orten mit biblischem Bezug: "Damit möchte ich Gott und die Welt einander näherbringen", sagt er.
Von Christian Mangels
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