STRANDGUT
Gesammelt von Hans-Christian Winters
1
Im gar nicht so fernen Frankfurt am Main hat dieser Tage ein verdienter Mann seinen 85. Geburtstag gefeiert, dem wir den Slogan "Kultur für alle" und das gleichnamige Buch verdanken. Hilmar Hoffmann, übrigens 1925 in Bremen geboren, war seinerzeit Kulturdezernent in Frankfurt und prägte mit seinen Thesen, seinen Büchern und seinem praktischen Tun einen völlig neuen, offenen Kulturbegriff - was seinerzeit bürgerlicher Kulturtradition widersprach, aber dem Anspruch einer offenen Gesellschaft entsprach.
Nun kann man darüber streiten, ob schon ein Kaffeekränzchen mit einer Diskussion über den zuletzt besuchten Ballett-Abend ein kultureller Akt ist. Unstrittig ist, dass Hoffman für die kulturpolitische Diskussion in Deutschland unendlich viel getan hat - auch wenn sich einige wenige Widerstandsnester hartnäckig dem Verständnis einer nicht-elitären Kultur verweigern.
Cuxhaven hat durchaus Züge so eines Widerstandsnestes, was natürlich (wie immer) mit Personen zu tun hat. Bedürfte es hierzu noch eines weiteren Beleges, so wird er am kommenden Montag erbracht: Dann ist das Niedersächsische Musikfest mit dem kammermusikalischen Abend "Ein Fest für Robert Schumann" in Cuxhaven zu Gast. Dass der Termin mit der Feier des 200. Geburtstages des Amandus Abendroth-Gymnasiums zusammenfällt, ist unglücklich - das AAG feiert aber früher am Tag.
Dass aber das "Fest für Robert Schumann" im Schloss vor knapp 140 Gästen stattfindet, obwohl es schätzungsweise eine dreifache Zahl von Interessenten gegeben hätte, ist ärgerlich. Aber der Saal im Kreishaus, den der Konzerverein ja mit großem Erfolg für seine Konzerte nutzt, war dem Festival nicht gut genug - inzwischen heißt es fadenscheinig, die "Akustik reiche nicht aus". Vor Jahresfrist war die Hapag-Halle, wahrlich kein akustisches Glanzstück, gut genug - es ist eben immer eine Frage, was die Kulturverantwortlichen vor Ort den ja ortsunkundigen Festivalakteuren überhaupt anbieten. Aber im Schloss wird man dem eigenen elitären Kunstverständnis natürlich auch eher gerecht als im profanen Kreistags-Saal.
Â
2
Â
Nun sollte inzwischen hinlänglich bekannt sein, dass Kultur als eines der letzten Felder kommunaler Selbstverwaltung leider stets ganz oben auf der kommunalen Streichliste steht. Man tut ihr also nichts Gutes, wenn man sie nicht öffnet und nicht möglichst viele Menschen für sie interessiert, die sich dann im Konfliktfalle auch für ihren Erhalt mobilisieren ließen. Also sollte man doch, wenn man mit der Pflege lokaler Kultur beauftragt ist und daraus seinen öffentlich finanzierten Lebensunterhalt bezieht, darauf achten, dass einzelne Kulturangebote sich nicht gegenseitig behindern.
Des eingedenk erkundigte man sich seitens der (städtischen) VHS beim (städtischen) Kulturamt, was denn wohl ein geeigneter Tag für die alljährliche VHS-Autorenlesung sei. Erwartet wird mit Georg Klein ("Roman unserer Kindheit") immerhin ein preisgekrönter Autor. Im Rathaus riet man zum 28. September - in Missachtung bekannter Spielplan-Termine des (städtischen) Bespielungstheaters, das an selbigem Tag ein Gastspiel des ebenfalls preisgekrönten "Opernlofts Hamburg" präsentiert. Vermutlich hat man an der Spitze des Ressorts die "Carmen" des "Opernlofts" schon gesehen und muss sich deswegen am 28. nicht entscheiden - ein Privileg, das andere Cuxhavener so nicht haben. Aber offizielle Kultur in Cuxhaven hat eben auch nur allzu selten den Anspruch, in Hilmar Hoffmanns Sinne Kultur für alle (oder doch wenigstens für möglichst viele) zu sein.
Nachgefragt: Wie war das nochmal mit dem Schlick?
CUXHAVEN. In der zurückliegenden Saison soll dass Schlickproblem im Cuxhavener Watt nicht ganz so extrem gewesen sein wie in Vorjahren. "Wir haben da draußen einmal im Monat Proben gezogen, und da war es schon zu beobachten, dass... mehr
Altenwalde: Eislaufen mitten im Ort
ALTENWALDE. "Mit Kanthölzern und Folie muss das gehen!" befand Ingo Uppendahl vom Verein "Wir für uns in Altenwalde". Endlich sollte der Traum von der Eislaufbahn mitten im Ort wahr werden.
Ingo Uppendahl zählt zum harten Kern... mehr
Weltenbummler: Zwischen Vulkan und Hurrikan
OBERNDORF. Der auf dem letzten Info-Abend des "Blauen Netzes" mit Döntjes und Logbuch-Zitaten gespickte, ebenso fachkundige wie humorvolle Vortrag der Transatlantik-Segler Marlene und Bert Frisch kam derart gut an, dass er in... mehr


Bild vergrößern













