Plakettenwirrwarr sorgt für Ärger

KREIS CUXHAVEN. Rot, gelb und grün. Seit einiger Zeit sind Großstädte nur mit den drei gültigen Umweltplaketten befahrbar. Die Zahl der plakettenpflichtigen Umweltzonen steigt zum 1. Januar 2010 weiter an - von 36 auf 40. Und in vielen Städten werden die Regelungen weiter verschärft. Diese uneinheitliche Regelung kann für Auto-Reisende aus dem Cuxland schnell zum Ärgernis werden.

Autos mit Benzinmotoren bekommen in der Regel die grüne Umweltplakette. Für Diesel gebe es diese, wenn sie die Euro-4-Norm erfüllten. Mit einem Auto, das nach dem 1. Januar 2009 erstmals zugelassen worden ist, werde man keine Probleme haben, diese zu bekommen. Die gelbe Plakette entspreche der Euro-3-Norm, die rote der Euro-2-Norm. Die Euro-3-Norm sei seit dem Jahr 2000 Stand der Technik.

Nach Angaben des ADAC gibt es etwa sechs bis acht Millionen Diesel-Fahrzeuge, die nicht so leicht eine grüne Plakette bekommen. Und diese werden ab 1. Januar 2010 verstärkt aus den großen Städten ausgegrenzt. Eine Shoppingtour mit dem Auto nach Bremen ist demnach nur noch mit gelber oder grüner Umweltplakette möglich. In Hannover und Berlin werden sogar nur Fahrzeuge mit grüner Plakette geduldet. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld von 40 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Auch in der TÜV-Station in Hemmoor spüre man die verstärkte Nachfrage an Umweltplaketten. "Es wird viel gefragt und die Plaketten werden auch vermehrt mitgenommen", sagt Jens Stelling, Leiter der Hemmoorer TÜV-Station. Der große Run nach den Plaketten, wie er bei der Einführung im Jahr 2008 zu erleben war, sei aber erst einmal vorbei. Dennoch machen sich auch die hiesigen Autofahrer ihre Gedanken über die Verschärfung und die Erweiterung der Umweltzonen. Zumal auch die Stadt Hamburg angekündigt hat, im Laufe des kommenden Jahres eine Umweltzonenregelung einzuführen. Ein Ausflug nach Bremen, Hannover oder Berlin mit dem Pkw kann also auch für Autofahrer aus dem Cuxland, die ohne Plakette fahren, schnell zum Ärgernis werden. Deshalb rät auch Jens Stelling Autofahrern aus der hiesigen Region zum einmaligen Kauf der fünf Euro teuren Plakette.

Für Autos, die noch nicht die Umweltnorm erfüllen, gibt es auch im kommenden Jahr Hilfe. Bis zum 31. Dezember fördert noch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) den nachträglichen Einbau eines Dieselpartikelfilters mit 330 Euro. Kurz vor Ende des Jahres hat die Bundesregierung ein neues Förderprogramm beschlossen, das voraussichtlich ab April zum Tragen kommt. Daher werde nachrüstwilligen Autofahrern empfohlen, bis zur endgültigen Freigabe der Fördermittel im April mit dem Nachrüsten abzuwarten - zumindest, sofern denn bereits eine rote oder gelbe Plakette am Fahrzeug klebt.

Von Jan Unruh

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