Nochmal ein rauschendes Fußball-Fest

mr/jp. -­ "Olli, Olli"", "In vier Jahren hol'n wir den Pokal" und "Stuttgart ist viel schöner als Berlin" waren nur einige der Gesänge, die am Sonnabend durch die Kurparkhalle schallten. Nachdem Bastian Schweinsteiger das ersehnte erste Tor gegen Portugal geschossen hatte, wurde nur noch gefeiert. Gänsehaut-Gefühl war schon beim Ertönen der deutschen Nationalhymne, lautstark mitgesungen von den Fans in der randvollen Kurparkhalle, aufgekommen. Viele, die da waren, hatten schon alle anderen deutschen Spiele auf der Großbildleinwand in der Kugelbake-Halle und der Hermann-Allmers-Halle verfolgt, den Nervenkitzel gegen Argentinien miterlebt und im Hexenkessel Kugelbake-Halle mit 1800 Gleichgesinnten das tragische Aus gegen Italien ertragen. Kein Problem für die meisten: "Wir sind echte Fans, wir kommen auch, wenn die deutsche Mannschaft verliert", meinen Ralf Krock, Maik Treuel und Jens Zwetsch, nach eigenem Bekunden, "die alte Garde". Sie wussten schon in der Halbzeit: "Wir wollen nicht meckern, denn heute werden wir Dritter!" An nichts anderes glaubten auch Marcel Motzkus, Matthias Hein und Svenja Schlichtmann. Sie haben zwischenzeitlich schon die Spaghetti von ihren Tellern verbannt und fieberten beim Endspiel gestern für Frankreich mit. Björn Weyer und Tim Kurmann hätten Deutschland auch den Weltmeister-Titel zugetraut. Dann eben vier Jahre später, meinen sie: "Und wir sind in Südafrika dabei!" Unter die Fans in Schwarzrotgold und Fußballdress mischten sich in der zweiten Halbzeit auch immer mehr fein gekleidete Besucher des Abi-Balls von LiG und AAG, der zeitgleich in der Kugelbake-Halle stattfand: Zum Tanzen sei auch hinterher noch genügend Zeit, fanden sie und bejubelten "Schweinis" Sternstunde. Nichts auszustehen hatten die vereinzelten Portugal-Fans, die sich unter die Menge gemischt hatten, und genauso freundschaftlich ging es auch im portugiesischen Kulturzentrum in der Präsident-Herwig-Straße zu. Deutsche und Portugiesen feierten hier einträchtig und 1. Vorsitzender Gaspar Cancujo beteuert: "Natürlich haben wir auch bei den deutschen Spielen mitgefiebert." Mit gemischten Gefühlen ging er am Sonnabend in den Fußball-Abend: "Das Herz ist für Portugal, aber die Wurzeln sind in Deutschland." Die Übertragung aus dem portugiesischen Fernsehen verfolgten auch Manuela Miranda Gradim, ihre Cousine Daniela Casqueira Gradim und Michael Matos Cunha. Die portugiesische Mannschaftsaufstellung kommentierten sie sachkundig. Stolz auf ihre Kicker waren auch die Portugiesen, die sich einmal mehr im Restaurant "Mamma Mia" an der Mittelstraße zum gemeinsamen Fußballgucken versammelt hatten. Gleich vier Bildschirme waren in dem Lokal aufgebaut, in dem kein Sitzplatz mehr zu bekommen war. Besonders begehrt waren die Plätze im Garten, wo die Fußballfans fahnenschwenkend das Spiel gebannt verfolgten. Auch wenn die Portugiesen das Spiel letzten Endes verloren haben, war die Freude übergroß, als Nuno Gomes die Flanke von Luis Figo zum Tor verwandelte. "Schön, dass Figo in seinem letzten Länderspiel noch an einem Tor beteiligt war", war die einhellige Meinung der Portugiesen.
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