Noch 23 Jachten segeln Kurs Cuxhaven
tas/cn. - Nur noch 23 Jachten segeln jetzt Kurs Cuxhaven. Die "Outsider" wurde am Sonntag gegen 16.14 Uhr unter großem Jubel als erstes Schiff der Flotte in Cuxhaven begrüßt.
An zweiter Position segelt die irische Jacht "Chieftain", die sich gestern Mittag noch mitten auf der Nordsee befand. "Welcome home" stand auf den T-Shirts des großen Empfangskomitees, der Rettungskreuzer "Hermann Helms" schickte Wasserfontänen in den grauen Himmel und sogar ein kleines Feuerwerk wurde entzündet, als die silbergraue Yacht die Ziellinie vor Steubenhöft querte. Gut 100 Freunde und Verwandte waren gekommen, um die Atlantik-Segler nach den Strapazen zu begrüßen. Genau 14 Tage, 20 Stunden, 14 Minuten und 10 Sekunden war die neunköpfige deutsch-neuseeländische Crew unterwegs gewesen, auf engstem Raum. Obwohl das Wetter Tilmar Hansen und seiner Crew den Endspurt vermasselte und die "Outsider" mühselig ins Ziel kreuzen musste, war der Jubel groß: Der zweifache Admirals-Cup-Gewinner aus Kiel ließ sich den Titel "First Ship Home" nicht nehmen und erreichte als erste Yacht der 3600 Seemeilen langen Nordatlantik-Wettfahrt das Ziel.
Fünf blonde junge Damen stürzten gleich nach der Ankunft auf den 57-jährigen Skipper zu. Endlich hatten die Hansen-Töchter ihren Vater wieder. Strahlend trotz der Strapazen, die ihm noch anzusehen waren, sagt Hansen über seine erste Transatlantikregatta: "Ich bin überglücklich. Wir wollten zwei Wochen unterwegs sein, jetzt ist es ein bisschen mehr geworden, aber es war eine schöne Zeit. Ich bin froh, eine so tolle Mannschaft zu haben. Die Wertung der ersten Startgruppe führen wir auch berechnet momentan an und die anderen müssen erst mal ins Ziel kommen", so Hansen. Auch Konstrukteur Greg Elliott aus Neuseeland war sichtlich begeistert über die Leistung des erst im November 2006 fertig gestellten Carbon-Racers, der mit Schwenkkiel ausgestattet ist.
Freudentränen gab es bei Stefanie Scheel. "Ich war total aufgeregt und ganz kribbelig", erzählt die 26-Jährige. Die Berlinerin war sichtlich froh, ihren Freund Gunnar Bahr endlich wiederzusehen. "Es war schlimmer als gedacht, aber auch schön", meinte der 32-jährige Bahr (ebenfalls Berlin), der bereits mit Jochen Schümann im Soling olympisches Silber ersegelte.
Navigator Ole Sartori (42, Kiel), der gemeinsam mit Wetterrouter Meeno Schrader aus Kiel für den richtigen Kurs sorgte, wurde von Ehefrau Susi und der acht Monate alten Tochter Luca stürmisch empfangen. Sartori, Mitglied der SVC, war bis vor kurzem noch in Cuxhaven für die Boots- und Schiffswerft verantwortlich gewesen, seine Frau trainierte die Opti-Jugend. Nach zwei harten Wochen in der Salzwasser-Tropfsteinhöhle freuten sich die Segler auf gutes Essen, eine heiße Dusche und ein trockenes Bett.
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