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19. Januar 2012

Nazi-Rasseforscher aus Lamstedt:
Schüler klären Gemeinderat auf

LAMSTEDT.  Nachhilfestunde in Sachen Geschichte für den Lamstedter Rat: Fünf couragierte Schülerinnen klärten die Politiker jetzt über die braune Vergangenheit von Willi Klenck auf. Der ehemalige Lehrer wird bis heute gerne als harmloser Heimatforscher gesehen. Doch die Schülerinnen können belegen: Während der NS-Zeit war Klenck ein begeisterter Rasseforscher und machte eine fragwürdige Karriere - ein Schreibtischtäter. Bis heute trägt eine Straße in Lamstedt seinen Namen.

Die Schülerinnen präsentierten gemeinsam mit ihrem Lehrer Thomas Doege von der Schule am Hohen Rade das Ergebnis ihrer Forschungen. Dass ihr Projekt sie bis in den Gemeinderat führen würde, war am Anfang nicht abzusehen. "Eigentlich war es ja nur ein kleines Schulprojekt", sagte Nivaashini Arulrajasingham. Doch inzwischen ist daraus weit mehr geworden. Nun wird am 26. Januar eine Ausstellung im Lamstedter Rathaus eröffnet, wo die  Ergebnisse zu sehen sein werden.  
Mögliche Konsequenzen aus den neuen Erkenntnissen debattierte der Rat übrigens noch nicht. Bürgermeister Manfred Knust sprach jedoch davon, dass es noch Beratungsbedarf in der Causa Klenck gäbe. Dabei dürfte es vor allem um den Umgang mit der nach Klenck benannten Straße gehen.

Im Dezember hatte es um das Schüler-Projekt heftigen Wirbel gegeben, nachdem die Ausstellungseröffnung auf den Januar verlegt worden war (wir berichteten). Es gab Mutmaßungen, dass diese Verlegung auf Druck von außen zustande gekommen war - doch die Schulleitung beteuert, dass es keine Einflussnahme gegeben habe.

Von Roland Ahrendt

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Ab 26. Januar ist ihre Ausstellung im Rathaus Lamstedt zu sehen: Die Schülerinnen Felek Bozan, Nivaashini Arulrajasingham, Celina Junge, Jennifer Schimmrich und Laura Heesen haben eine Präsentation zur NS-Vergangenheit von Willi Klenck erarbeitet. Foto: Ahrendt
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Leserkommentare

Hermann Kleist,19. Februar 2012, 14:55 Uhr

Nazi-Rasseforscher aus Lamstedt; Kommentar vom 21. Januar

Genau getroffen: man trifft auf eine Mauer des Schweigens - die Veröffentlichung über Klenck, die Hans-Jürgen Kahle schon vor etlichen Jahren herausgebracht hat, wurde ja kaum wahrgenommen, beziehungsweise diskutiert.
"Am besten totschweigen ...." haben sich viele wohl gedacht. Es reicht nicht, einmalig solche Verbrechen und ihre Wurzeln zu dokumentieren, wir müssen immer wieder offensiv damit umgehen.
Umso wichtiger, dass diese Ausstellung allgemein zugänglich gemacht wird; im Lamstedter Rathaus wird sie bestimmt nicht lange zu sehen sein, - dann kann sie wieder vergessen werden!
Kommentarin Slyfa,21. Januar 2012, 17:03 Uhr

Nazi-Rassenforscher aus Lamstedt : Schüler klären Gemeinderat auf.

Dieser Bericht überrascht mich nicht.
Schweigen ist Gold
Reden ist Silber..... so lautet das Motto vieler Menschen.
Es war nur eine Frage der Zeit,wann endlich darüber geredet bzw. geschrieben wird.
Mit Sicherheit gibt es noch weitere,bekannte Persönlichkeiten,deren Vergangenheiten verborgen gehalten werden.
Ein großartiger Bericht und mein großen Respekt an die Schülerinnen.

Ps.
Schon gewußt ?
Der Althemmoorer Sportplatz war früher ein Gefangenenlager.
Keiner spricht darüber.Man triftt auf eine Mauer des Schweigens.
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