Nazi-Rasseforscher aus Lamstedt:
Schüler klären Gemeinderat auf

LAMSTEDT.  Nachhilfestunde in Sachen Geschichte für den Lamstedter Rat: Fünf couragierte Schülerinnen klärten die Politiker jetzt über die braune Vergangenheit von Willi Klenck auf. Der ehemalige Lehrer wird bis heute gerne als harmloser Heimatforscher gesehen. Doch die Schülerinnen können belegen: Während der NS-Zeit war Klenck ein begeisterter Rasseforscher und machte eine fragwürdige Karriere - ein Schreibtischtäter. Bis heute trägt eine Straße in Lamstedt seinen Namen.

Die Schülerinnen präsentierten gemeinsam mit ihrem Lehrer Thomas Doege von der Schule am Hohen Rade das Ergebnis ihrer Forschungen. Dass ihr Projekt sie bis in den Gemeinderat führen würde, war am Anfang nicht abzusehen. "Eigentlich war es ja nur ein kleines Schulprojekt", sagte Nivaashini Arulrajasingham. Doch inzwischen ist daraus weit mehr geworden. Nun wird am 26. Januar eine Ausstellung im Lamstedter Rathaus eröffnet, wo die  Ergebnisse zu sehen sein werden.  
Mögliche Konsequenzen aus den neuen Erkenntnissen debattierte der Rat übrigens noch nicht. Bürgermeister Manfred Knust sprach jedoch davon, dass es noch Beratungsbedarf in der Causa Klenck gäbe. Dabei dürfte es vor allem um den Umgang mit der nach Klenck benannten Straße gehen.

Im Dezember hatte es um das Schüler-Projekt heftigen Wirbel gegeben, nachdem die Ausstellungseröffnung auf den Januar verlegt worden war (wir berichteten). Es gab Mutmaßungen, dass diese Verlegung auf Druck von außen zustande gekommen war - doch die Schulleitung beteuert, dass es keine Einflussnahme gegeben habe.

Von Roland Ahrendt

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