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24. Dezember 2010

Museum aus Kisten ans Licht holen

Schwarze Büste aus Privatbesitz der Familie Waller ist verschwunden / Empfehlungen für Antwerpen-Besuch

Irene Claessens, geb. Waller, Rubenslei 3, bus 8, B 2018 Antwerpen, Belgien, entführt in die Buchdruckerstadt:

Antwerpen, die Buchdruckerstadt, lässt jedem Bücherfreund das Herz höherschlagen. Werden doch seit der Niederlassung des genialsten Druckers europaweit, Christoffel Plantin (1520 - 1589), in seiner Werkstatt "Der goldene Zirkel" ab 1576 die bedeutendsten Bücher der damaligen Zeit gedruckt. Vor allem Bibeln, Missalen, auch profane Werke wie Atlanten, Natur- und medizinische Abhandlungen entstanden.

Zu der Zeit wurde auch das gigantische Werk, eine Bibel in fünf Sprachen, fertig (Latein, Griechisch, Hebräisch, Syrisch, Aramäisch), das jeweils acht monumentale Bände umfasste. Christoffel Plantin wurde zum Erzhofdrucker König Philipps II. ernannt. Man staunt noch heute über die herrlichen Stiche, die Vignetten an den Buchrändern und um die Initialen. Prächtige Ledereinbände zieren diese Kostbarkeiten.

Christoffel Plantin hatte fünf Töchter. Der hochbegabte Schwiegersohn Jan Moretus führte ab 1589 unter dem Namen Plantin-Moretus die Druckerei zur Weltberühmtheit. Ein prächtiges Patrizierhaus am "Vrydagmarkt" wurde erworben. Berühmte Leute wie der Maler P. Rubens belebten das kostbar eingerichtete Anwesen.

Schätze sind erhalten

Dort hängen allein 151 Gemälde, darunter 71 Porträts, denn alle Bilder blieben während der 300-jährigen Familiengeschichte stets ungeteilt im Stammhaus. Als der letzte Eigentümer die Druckerei schloss (1866), blieb das Gebäude voller Schätze mit heute 25 000 alten Bänden, mit 638 Manuskripten - das älteste stammt aus dem 9. Jahrhundert, mit Inkunabeln (gedruckt vor 1500), die Handschriftensammlung. Dazu die perfekt installierte Druckerei mit den alten Maschinen und handgegossenen - zum Teil aus Silber - Lettern.

Ein seltener Glücksfall war es, dass der belgische Staat und Antwerpen 1876 den kompletten Besitz aufkauften und unter Denkmalschutz stellten. Am 19. August 1877 öffnete man dort die Türen des Plantin-Moretus-Museums. Besuchen Sie es und ein unvergessliches Erlebnis belohnt Ihre Reise!

Nicht nur ein paar Pötte

Die Museumsfrage: Auch in diesem nun zu Ende gehenden Jahr zeigte sich kein Hoffnungsschimmer, dass das Karl-Waller-Museum aus verborgenen Kisten wieder ausgepackt und dem Publikum zugänglich gemacht werden könnte. Zitat meines Vaters aus der Karl-Waller-Broschüre: "Tun Sie alles, um das Museum so zu erhalten wie es heute ist (1963). Die Sammlungen haben einen unschätzbaren Wert, auch wenn die Urnen und Gefäße für manche nur einzelne Pötte sind." Und Herr Wendowski-Schünemann schließt seine Niederschrift über Karl Wallers Werk mit dem Satz: "Möge seine Arbeit dauerhaften Bestand haben!"

Seit geraumer Zeit suche ich die schwarze Gipsbüste meines Vaters, die früher zu Hause bei uns in der Badehausallee 18 auf seinem Bücherschrank gestanden hatte. Nach seinem Tod 1963 gelangte sie ungewollt ins Karl-Waller-Museum, wo ich diese in den 70er-Jahren im Reyeschen Haus noch gesehen habe.

Jetzt soll sie unauffindbar sein, und mir geht damit eines der letzten Erinnerungsstücke an meinen Vater verloren.

Möge das kommende Jahr 2011 ein gutes für die Leser werden. In herzlicher Verbundenheit mit Cuxhaven kommen die Weihnachtsgrüße von Irene Claessens

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Das Museum Plantin-Moretus: Ein Haus voller Schätze, das sich zu entdecken lohnt.
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