Mit dem Käfer 25 000 Kilometer nach Südost
Von Thomas Sassen
"Irgendwann rief Hendric abends bei mir an. Wir kannten uns von den BBS und hatten vorher oft von unseren Plänen geredet, auf Weltreise zu gehen. Plötzlich sagte er: alles klar, lass uns ein Auto besorgen und losfahren.? Das war die Geburtsstunde des tollkühnen Plans von zwei Cuxhavener Jungs mit einem VW Käfer, Baujahr 1984, um den halben Erdball nach Australien zu fahren.
Zu der verrückten Idee, musste auch das Auto passen, darin waren sich die Studenten schnell einig. Dass die Wahl dann auf den feuerroten Käfer fiel, war Schuld des Internets und der schmalen Geldbörse der Aussteiger auf Zeit. "Wir haben natürlich anteilig an den Gesamtreisekosten nicht viel Geld für das Auto zur Verfügung?, erklärt Hendric.
In Langen bei Bremerhaven fanden sie schließlich ihr "Traumauto?. Preis: 400 Euro. Damit es sie heil über die 25 000 Kilometer nach Australien bringt, müssen die beiden Tüftler noch einiges an Zeit und Geld in ihren fahrbaren Untersatz investieren. Schließlich müssen nicht ganz unwesentliche Teile des Automobils wie die Maschine und die Federung ausgetauscht, bzw. verstärkt werden. Denn der 34 PS starke Motor ist "ausgelutscht?, meint Dirk. Zur Zusatzausrüstung gehören auch Haubenaufsteller, Frontaufsteller, Frontölkühler für den luftgekühlten Motor, eine zweite Batterie zum Aufladen der Akkus für Handys und Laptop. Außerdem werden noch alternative Sitze gesucht, damit der Innenraum optimal ausgenutzt werden kann.
Denn viel Platz für die Ausrüstung bietet der Kugelporsche natürlich nicht. "Wir nehmen ein Zelt mit, bauen aber das Auto so um, dass wir darin auch pennen können. Aber wir hoffen, dass wir auch bei Privatleuten einmal unterkommen.?
Und warum statt zwei Wochen Malle diese Tortur? "Wir wollten es einmal lange am Stück miteinander ausprobieren. Wenn wir erst einmal Job und Familie haben, geht das vermutlich nicht mehr?, vermutet der 26-Jährige. Als Start für das fünfmonatige Abenteuer ist der 1. Mai nächsten Jahres vorgesehen.
Nach der Reise will Hendric weiter Kommunikationswissenschaften in Hamburg studieren. Dirk hat sein Studium im Mai 2009 bereits abgeschlossen. Ihn erwartet aber seine Freundin spätestens Weihnachten 2009 zurück.
2002 haben sie schon eine gemeinsame Europa-Tour mit einem VW-Bus gemacht. Ganz ohne Hilfe der Eltern geht es nicht. Hendrics Vater ist begeisterter Autoschrauber und hilft bei den schwierigsten Arbeiten.
Die Reiseroute haben die jungen Männer auf einer Weltkarte eingezeichnet. Der Weg wird sie danach von Norddeutschland über Hamburg, Berlin, Warschau, Odessa, Wolgograd, weiter nach Kasastan, Tibet, Nepal, China, Burma, Thailand und Indonesien bis nach Timor führen, von wo aus es nur noch mit Schiff und Flugzeug weiter geht. In Australien wollen sie schließlich von Darwin quer durch Australien nach Brisbane knattern. Ziel ist Sidney, wo sie sich unbedingt mit ihrem Oldtimer vor der Oper fotografieren lassen wollen.
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