Klärwerk-Nachbarn: "Uns stinkt es!"
ALTENBRUCH/GRODEN.Während der vergangenen heißen Tage sei es besonders schlimm gewesen mit der Geruchsbelästigung vom Klärwerk, beschweren sich die Anlieger der Alten Marsch. Die Menschen wohnen zum Teil seit Jahrzehnten hier an der Alten Marsch, östlich der Kreuzung zur B 73. Eigentlich hatten sie sich mit dem Faulturm in der Nachbarschaft arrangiert. Doch seit ein paar Wochen sei der Gestank derart penetrant, dass sie sich mit der Situation nicht länger abfinden wollen. Besonders schlimm ist es bei Nordwind, beschreibt Sabine Blohm: "Wenn es dann noch heiß ist wie in den vergangenen Wochen zieht ein unerträglicher Gestank in unsere Häuser. Tag und Nacht. Lüften ist dann ausgeschlossen." Sabine Blohm vermietet an Gäste. Nicht zum ersten Mal seien ihre Kurgäste kürzlich spontan wieder abgereist. Der Gestank sei nicht auszuhalten gewesen, klagt sie. "Und das im Urlaub, das haben die Leute nicht eingesehen. Denn schließlich sollen sie auch noch 1,30 Euro Kurbeitrag zahlen. Die waren richtig stinkig!, beklagt sich die Vermieterin. Auch sie selbst habe in diesem Sommer bereits zweimal das Weite gesucht, sei spontan weggefahren, weil sie es einfach nicht mehr ausgehalten habe, sagt die 66-Jährige. Natürlich habe sie schon überlegt, ihr Haus zu verkaufen. Aber wer kaufe schon ein Haus hinter einem Klärwerk? Dazu noch, wo sich die Industrie in der Nachbarschaft aktuell ausbreitet.
"Das kann man schlicht vergessen", unterstreicht auch Klaus Kowalke, Sabine Blohms Nachbar von gegenüber. Vor zwei Jahren haben sie sich bereits einmal mit der Bitte um Hilfe an Ortsbürgermeister Heiner Ahlemeyer gewandt. Es wurden Gespräche geführt. Die EWE lud die Anlieger auch zu einer Besichtigung des Kärwerks ein, ihnen wurden die Verfahren erklärt. Zu einer Verbesserung der Situation habe das nicht geführt. Im Gegenteil!
"Es ist zeitweise schlimmer als früher", behauptet Udo Käckenmester (63), der sein Leben lang im Elternhaus an der Alten Marsch wohnt. Bei Nordwinden zögen die Faulgase in jeden Raum, sogar in den Keller. Lüften verschlimmere die Situation nur. Wenn es ganz schlimm ist, werde sie sogar nachts wach und könne nicht mehr einschlafen, ergänzt die Nachbarin. Dazu komme Appetitlosigkeit an solchen Tagen.
Von Thomas Sassen
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Leserkommentare
Stinkt sie wirklich ?
Den Gestank habe ich auch bis an den Autobahnkreisel einatmen dürfen.
Vielleicht sollte sich die zuständige Behörde einmal um diesen Zustand kümmern.
Damit möchte ich den Grodenern jedoch nicht den Gestank der Kläranlage absprechen.
Die kann das sicher auch :-)

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