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9. Oktober 2007

In Süderwisch kocht Gerüchteküche hoch

mr. ? Hat der Landkreis Cuxhaven wirklich alles unternommen, um das in der vergangenen Woche getötete Baby zu schützen? "Ja?, versichert er selber. Bedenken dagegen sind gegenüber den CN in den letzten Tagen mehrfach geäußert worden.

Aus mehreren zuverlässigen Quellen wurde den CN zugetragen, dass die häuslichen Verhältnisse wohl deutlich schlimmer gewesen sein müssen als bisher beschrieben. Die Mutter sei offenbar mit einer kindgerechten Pflege und einem angemessenen Umgang mit dem Kleinen völlig überfordert gewesen.

Außenstehende, auch Fachleuten, die zur Familie Kontakt hatten, berichten, dass ihnen immer wieder aufgefallen sei, dass das Baby "grün und blau? war. Das sei auch beim Landkreis-Jugendamt gemeldet worden.

Blaue Flecke könnten schon mal bei Babys entstehen, wenn diese laufen lernten, gab Kreisrätin Meike Jahns vergangene Woche in einer ersten Stellungnahme zu bedenken. Auch Kratzer, die eine Katze dem Jungen zugefügt hatte, seien als nicht bedenklich eingestuft worden. Die Mitarbeiter hätten sich bei ihren Besuchen das Kind auch nackt zeigen lassen.

"Das Kind war vom Laufen weit entfernt und es handelte sich um weit mehr als nur mal einen blauen Fleck?, war hingegen von anderen Stellen zu hören. Der Landkreis habe nicht energisch genug eingegriffen.

Unterdessen kocht in Süderwisch die Gerüchteküche hoch. Massive Vorwürfe gegen die Mutter und ihren Lebensgefährten über Verwahrlosung des Kindes paaren sich dabei mit entschärfenden Äußerungen, so dass es für Außenstehende schwer ist, sich ein Bild zu machen.

Klar aber scheint zu sein: Vielen war bekannt, dass es mitnichten in Ordnung war, wie es in dieser Familie zuging, viele machen sich heute auch Vorwürfe, dass sie nicht eingegriffen haben.

Um Menschen einen Ort der Trauer zu geben und einen Ort, an dem sie ihre Fragen stellen können, öffnet die Kirchengemeinde ab sofort täglich die Gnadenkirche.

Jetzt beginnt aber auch die Zeit der Fragen an den Landkreis: Sind die Jugendhilfestationen wirklich personell gut genug ausgestattet? Denn Berichte über massive Arbeitsbelastung waren in den letzten Monaten mehr als einmal zu hören, von betreuten Familien ist zu erfahren, dass es schwer ist, wegen dessen ständiger Überlastung überhaupt zum zuständigen Sozialarbeiter vorzudringen.

Mit großer Skepsis war vor dem Übergang des Jugendamtes an den Landkreis betrachtet worden, dass die reine Zahl der Stellen im ASD (Allgemeiner Sozialdienst) in der Stadt Cuxhaven halbiert werden sollte. Mit je drei ASD-Stellen sind die Jugendhilfestationen Süder-/Westerwisch und Ritzebüttel besetzt. Auf der anderen Seite ist von Fachleuten aus der Jugend- und Familienarbeit in diesen Tagen von allen Seiten zu hören, dass es in vielen Familien in Cuxhaven ganz ähnlich zugeht wie in der des kleinen Jungen. Kann hier mit dem zur Verfügung stehenden Personal wirksam eingegriffen werden?

Obwohl Meike Jahns am Donnerstag versicherte, die Betreuung sei gerade in diesem Fall sehr intensiv gewesen: In den öffentlichen Sitzungen im Vorfeld der Jugendamts-Übergabe war meist sehr viel die Rede von den hohen Kosten für die Jugendarbeit in der Stadt Cuxhaven und von dem kostensparenden Modell des Landkreises gewesen.

Ist der Landkreis seiner vollen Verantwortung in diesem Fall nachgekommen? Das fragt nun auch die Politik, die letztlich über den Kurs der Jugendhilfe zu entscheiden hat. Kurzfristig ist jetzt eine gemeinsame, nicht öffentliche Sondersitzung des Jugendhilfe- und des Sozialausschusses am Montag, 15. Oktober, um 9 Uhr einberufen worden.

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