Helgoland: Der Wahlkampf ist eröffnet
HELGOLAND. Wahlmüdigkeit ist nicht auszumachen. Die anstehende Bürgermeisterwahl auf Helgoland ist gegenwärtig das Inselgespräch - und so war die Resonanz riesig, erstmals alle drei Bewerber um den Posten gemeinsam zu erleben.
Vor dem Hintergrund, dass die Insel nur 1281 Wahlberechtigte aufweist, war Donnerstagabend ein deutliches Interesse auszumachen: 25 Prozent von ihnen, nämlich gut 330 Interessierte, verfolgten in der voll besetzten Nordseehalle die Präsentation der beiden Unternehmer Jörg Singer (44), Hermann Ulrich Voßhal (59) und Felicitas Weck (56), die die Nachfolge von Frank Botter (SPD) übernehmen wollen.
Jörg Singer, Unternehmer und Berater aus München, hat das Gros der Politik hinter sich und ist von SPD, CDU, FDP und IHM nominiert worden. Zudem ist er inselerfahren, dort aufgewachsen und familiär verbunden. Zentrum seiner Präsentation war die Wiederbelebung des Gemeinschaftssinns als Umkehr der nach unten weisenden Entwicklungsspirale.
Der Diepholzer Hermann Voßhal, gelernter Industriekaufmann mit Erfahrungen in der IT-Branche, kennt Helgoland durch Urlaube. Als einziger ist er unabhängiger Bewerber und möchte sich "den Bürgern und nicht den Politikern verantworten". Sein Ziel: Helgoland wieder in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Felicitas Weck, wurde schon im Frühjahr von der Partei Die Linke als Kandidatin ins Spiel gebracht und ist seitdem dort rege am politischen Wirken. Die Hannoveranerin, Referentin für Kommunalpolitik, setzt nach eigenen Worten auf verstärkte "Offenheit und Transparenz". Sie kündigte an, die Bürger stärker an sämtlichen Entscheidungsprozessen beteiligen zu wollen.
Im Anschluss erhielten die Einwohner die Möglichkeit zur vertiefenden Befragung. Deutlich spürbar war ihre Hoffnung auf eine zukunftsfitte Gestaltung ihrer Insel als Lebensraum für jede Altersgruppe. Einen konkreten Masterplan zog jedoch - an diesem Abend zumindest - keiner der Kandidaten aus der Tasche. Aber bis zum Wahltag am 5. September verbleibt ja noch etwas Zeit. Erlangt keiner die absolute Mehrheit, gibt es drei Wochen später die Stichwahl.
Von Wiebke Kramp
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