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31. August 2010

Halbes Leben hinter Schloss und Riegel

OTTERNDORF/STADE. Diese Bilanz ist unglaublich und zugleich erschreckend. Ein 67-jähriger Mann aus Otterndorf hat über die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbracht - 40 Jahre, um genau zu sein. Doch anscheinend hat er davon nicht genug bekommen. Ihm drohen wegen schweren Raubüberfalls in vier Fällen weitere Jahre Haft.

Die Liste ist lang: Raub, Erpressung, Diebstahl, sexuelle Nötigung und vieles mehr. Im Jahr 1962 büßte der heute 67-Jährige seine erste Haftstrafe ab. Auch fast 50 Jahre nach diesem Erlebnis hat sich das kriminelle Leben kaum geändert. Wegen vier Raubüberfällen in Otterndorf und Cuxhaven muss sich der Mann in der kommenden Woche erneut vor Gericht verantworten. Der neuerliche Raubzug, für den er sich vor Gericht verantworten muss, fing schon im vergangenen Jahr an. Ziel war im November 2009 eine Aral-Tankstelle in Cuxhaven. "Die Beute betrug mindestens 800 Euro", sagte Kai Thomas Breas von der Staatsanwaltschaft Stade. Beim Überfall auf eine Cuxhavener Postfiliale im März dieses Jahres konnte der Otterndorfer über 1700 Euro erbeuten. In seinem Heimatort beging er nur wenige Tage später den dritten Raubüberfall. Rund 2000 Euro konnte er in dem Penny-Markt ergattern. Nach allen drei Taten fehlte von dem Täter jede Spur. Auch Großfahndungen mit einem Hubschrauber und mehreren Einsatzfahrzeugen der Polizei direkt nach der Tat in Otterndorf brachten keinen Erfolg.

Der Täter ging in allen Fällen gleich vor - mit einer Maske vermummt und einer Spielzeugpistole bewaffnet. "Dass es keine echte Waffe war, konnten die Opfer jedoch nicht erkennen", so Breas. Und auch die Täterbeschreibungen der Opfer enthielten alle ein auffälliges Merkmal - die "Hakennase" des Mannes. Doch trotz einiger Zeugenhinweise konnte der Täter nicht gestellt werden.

Erst dank des beherzten Einsatzes der Verkäuferin eines Lebensmitteldiscounters in Cuxhaven konnte der Täter auf der Flucht geschnappt werden. Die 48-jährige Frau nahm nach dem Überfall die Verfolgung des Mannes auf und gab der Polizei wenig später per Telefon das Kennzeichen des Fluchtfahrzeuges durch. Der 67-Jährige legte ein umfassendes Geständnis ab und räumte alle vier Raubüberfälle in Cuxhaven und Otterndorf ein. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Am kommenden Dienstag, 7. September beginnt vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichtes Stade der Prozess gegen den 67-Jährigen. Insgesamt sieben Verhandlungstage sind angesetzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer langen Gefängnisstrafe aus. "Bei den vielen Vorstrafen drohen ihm 10 bis 15 Jahre Haft", erläuterte Kai Thomas Breas.

Jan Unruh

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Leserkommentare

Loboe, 1. September 2010, 11:50 Uhr

Halbes Leben hinter Schloss.................

Warum lässt man so eine Person immer wieder frei? Der lacht sich doch halb tot über das, was man in Deutschland Strafen nennt. Andere mussten in dieser Zeit hart arbeiten.Für Kost und Logie, Fernsehen, Sportenrichtungen, Heilfürsorge usw. musste dieser Berufsverbrecher doch nicht zahlen. Strafen??????????
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