Geflügelzucht in der Stadt vor dem Aus
tb. - "Wir haben die Tiere zwar weggesperrt, finden die Anordnung allerdings übertrieben", fasst Rassegeflügelzüchter Wolfgang von Ahnen nüchtern die Meinung vieler Kollegen zusammen. Durch das Verbot der Freihaltung fürchten die Züchter vor allem um ihre Ausstellungstiere.
Bis zum 15. Dezember soll, nach der Eilverordnung aus dem Verbraucherschutzministerium, freilaufendes Geflügel weggesperrt werden. Verstöße sollen mit Geldbußen bis zu 25000 Euro geahndet werden. Die Summe schreckt ab, doch drohen den Züchtern gerade jetzt zur Ausstellungssaison hohe Verluste. "In Cuxhaven haben wir Anfang November eine Ausstellung und wissen überhaupt noch nicht, ob die überhaupt stattfindet. Da plant man und investiert viel Geld und am Ende hat man nichts", klagt von Ahnen.
Hans-Herrmann Meyer, 1.Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Cuxhaven (RGZV), schlägt in die gleiche Kerbe: "Pokale, Bänder, Halle - alles wurde bereits bezahlt. Da entstehen enorme Kosten. Eine Absage könnte das Aus für die Cuxhavener Geflügelzucht bedeuten." Die Züchter sorgen sich außerdem um die Qualität ihrer Tiere. Sie entwickeln sich schlechter und vor allem Gefieder und Schwingen der Tiere werden in Mitleidenschaft gezogen.
Meyer selbst war gestern Preisrichter auf der Bundesschau in Hannover. Weniger Tiere als im Vorjahr waren es zwar nicht, doch konnte er über mangelnde Qualität und strenge Kontrollen der Impfzeugnisse berichten. Für zukünftige Bundes- und Landesschauen sollen nur Tiere zugelassen werden, die mindestens 14 Tage vorher eingestallt waren und eine tierärztliche Untersuchung vorweisen können. Und das, sagt Meyer, leiste sich kein Züchter.
Ein Verbot der Ausstellungen gibt es zwar noch nicht, andererseits existiert keine klare Bekenntnis zu den Veranstaltungen. "Dabei wäre ein klares Wort der Politik sehr wichtig", sagt Hans-Herrmann Meyer.
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