EM-Titel bei tropischen Temperaturen
cn/flü. ? Die Cuxhavener Langstreckenläuferin Anne Fischer bewies auf internationaler Bühne wieder einmal ihre Klasse. Die Athletin des ATS Cuxhaven gewann bei der Senioren-Leichtathletik-Europameisterschaft im slowenischen Ljubljana eine Gold- und zwei Silbermedaillen. Dabei herrschten sehr hohe Temperaturen, die vielen Läuferinnen erheblich zu schaffen machten.
Über 3700 Athleten aus 41 Ländern Europas nahmen in Ljubljana teil. Anne Fischer startete über 10 000 Meter und beim Marathon, bei dem es auch eine Teamwertung gab.
Der Start des 10 000-m-Laufes für Fischers Altersklasse W50 gemeinsam mit der W45 war in den Nachmittagsstunden, als es mit 33 Grad Celsius im Schatten noch sehr heiß war und die Sonne unerbittlich auf die Teilnehmerinnen schien. Es gab zwar einen kräftigen Wind, der sorgte aber nicht für Abkühlung, weil dieser sehr warm war.
Elf Athletinnen aus der W50 und neun aus der W45 machten sich auf 25 Stadionrunden. Fischer berichtete: "Da es keine Rückennummern gab, begann das große Rätselraten, wer in meiner Altersklasse war.? Aufgrund der äußeren Bedingungen war klar, dass dieser Lauf ein rein taktisches Rennen werden würde. Die Cuxhavenerin reihte sich an achter oder neunter Stelle ein, um direkt hinter einer befreundeten Norwegerin zu bleiben. Drei Läuferinnen aus der W45 übernahmen die Führung, drei W50-Teilnehmerinnen liefen dicht hinter ihnen. "Nach gut der Hälfte der Strecke wurde die Norwegerin langsamer, sodass ich an ihr vorbeilief, um die entstandene Lücke zu den Führenden zu schließen.? Jetzt befand sich Fischer an Position fünf hinter der zweiten deutschen W50-Läuferin.
Erst 1000 Meter vor dem Ziel verschärften die Führenden das Tempo. Fischer: "Meine Freundin aus Deutschland sagte mir, sie könne das Tempo nicht mitgehen, unsere Betreuer riefen mir zu, ich solle die Lücke schließen, was mir auch gelang.? Das Feld wurde auseinandergerissen und in der letzten Runde konnte die Cuxhavenerin nicht mehr hinter der Führenden aus ihrer Altersklasse bleiben. Immerhin überholte Fischer auf der Zielgeraden noch die Dritte aus der W45 und gewann am Ende in der Zeit von 40:39,21 Minuten die Silbermedaille in ihrer Altersklasse. Die W45-Siegerin war etwa 20 Sekunden schneller als Fischer. Karoline Dohr aus Österreich gewann die W50 in 40:26,75.
Nach diesem strapaziösen, aber erfolgreichen Meisterschaftsauftakt hatte Fischer ein paar Tage Pause zur Erholung, ehe der Marathon anstand. Der Start war für 7.30 Uhr angesetzt, worüber sich die Läufer freuten, denn um diese Zeit war es erfahrungsgemäß noch relativ kühl. Dieser Umstand hielt aber nur knapp eine Stunde an, ab 8.30 Uhr strahlte die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und es war dann wiederum 33 Grad heiß. Die Strecke war eine große Runde, die in die Ausläufer der Berge im Norden Ljubljanas führte. Dieser Marathon sollte auch aus organisatorischen Gründen ein Erlebnis werden. Fischer erklärte: "Die Strecke konnte aus Kostengründen nicht für den Verkehr gesperrt werden, die Veranstalter verlangten, dass wir selbst aufpassen sollten, dass wir nicht an- oder überfahren wurden. Ferner sollten wir in einer Reihe laufen auf der linken Straßenseite, obwohl die Getränkestellen zuerst auf der rechten Seite waren. Die Kurven sollten wir natürlich nicht schneiden. Wir durften auch noch ein Stück auf der Autobahn laufen, natürlich mit Autoverkehr.?
Es gab beim Marathonlauf auch Mannschaftswertungen, wobei W45 und W50 als eine gemeinsame Teamklasse gewertet wurden. In der W 45 waren vier Läuferinnen aus Deutschland gemeldet, in der W 50 war Fischer die einzige Deutsche. "Ich musste mich also anstrengen, um in die Mannschaft zu kommen, die von den jeweils drei Schnellsten einer Altersgruppe gebildet wird.?
Mit ihrer deutschen Teamkollegin Angelika Hofmann (W45) wechselte sich Fischer auf der hügeligen Strecke in der Führungsarbeit ab. Erst nach Kilometer 27,5 gab es kaum noch Anstiege. Bei km 30 war es abschüssig. Fischer: "Ich lief so schnell, wie ich konnte, ohne eine Übersäuerung zu riskieren. Es ging immer besser.?
Ihre Begründung für die Tempoverschärfung: "Ich wollte möglichst schnell ins Ziel kommen, denn die Hitze wurde immer unerträglicher.? Es lief super für die Cuxhavenerin, die in 3:13:57 Stunden die Silbermedaille in ihrer Altersklasse gewann. In der Gesamtwertung wurde sie Sechste.
Und dann musste auf die addierten Zeiten aus dem Mannschaftswettbewerb gewartet werden: Anne Fischer gewann mit Angelika Hofmann (3:15:04) und Angelika Carstensen (3:20:27) mit der Gesamtzeit von 9:49:28 Stunden den Europameistertitel. Die ATSCerin: "Besonders stolz waren wir, dass wir schneller waren als die russische Mannschaft, die in 9:55:27 in der Altersgruppe W 35+40 den Europameistertitel gewann.?
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