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20. Juli 2010

Elbvertiefung "überflüssig wie ein Kropf"

CUXHAVEN/HANNOVER. Angesichts des ersten in Hamburg eingetroffenen Containerschiffs der Megaklasse "CMA CGM Christophe Colomb" fordern die Landtagsgrünen Niedersachsens Wirtschaftsminister Bode auf, der geplanten Elbvertiefung das niedersächsische Einverständnis zu versagen. "Eine weitere erneute Elbvertiefung wird mit der Fertigstellung des Tiefwasserhafens überflüssig wie ein Kropf", so die hafenpolitische Sprecherin der Grünen, Elke Twesten (Foto).

"Mit dem Jade-Weser-Port stehen in der Deutschen Bucht künftig Umschlagsanlagen für alle erdenklichen Schiffsgrößen zur Verfügung. Eine parallele Vertiefung der Elbe zur besseren Erreichbarkeit Hamburgs mit eben jenen Mega-Containerschiffen ist infrastrukturell unsinnig und verschwendet Steuergelder in Millionenhöhe. Es gibt aus unserer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit, eine erneute Elbvertiefung weiter zu verfolgen", so Twesten. Stattdessen könne Niedersachsen auf diese Weise eine lange überfällige Kooperation der norddeutschen Seehäfen in die Wege leiten und für eine entsprechende Konkretisierung des lange angestrebten Nationalen Hafenkonzepts sorgen.

"Vertreter unterschiedlicher Verbände fordern seit Jahren ein vernünftiges auf Arbeitsteilung zwischen den Häfen angelegtes Nationales Hafenkonzept, das mit vernünftigen Ansätzen zu füllen ist, wo welche Löschvorgänge für welche Schiffsgrößen am sinnsvollsten platziert werden können", so Twesten. Und: "Wir brauchen eine abgestimmte Hafenpolitik statt dreier Tiefwasserhäfen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Die hafenpolitische Kleinstaaterei hat mit effizientem Haushalten und einer zukunftsfähigen und ökologischen Hafenpolitik nichts zu tun."

Bund und Länder planten dagegen eine Hafeninfrastruktur, als ob das Geld auf der Straße läge. Außerdem gehe es selbstverständlich darum, der fortschreitenden Umweltzerstörung durch unverantwortliche Flussvertiefungen Einhalt zu gebieten, so Elke Twesten abschließend.

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Leserkommentare

knackebusch,20. Juli 2010, 21:03 Uhr

Elbvertiefung

Da halte ich eher die Grünen für überflüssig wie ein Kropf. Sie sollten die Dinge objektiv beurteilen und nicht immer ihre Ideologie in den Vordergrund stellen. Das aber kann die Sonnenblumenpartei einfach nicht. Also braucht man sie auch nicht.
PL,20. Juli 2010, 20:19 Uhr

das wäre eine Chance!!!

hier könnte die Politik durch glaubwürdige Entscheidungen wieder ein etwas positiveres Image gewinnen. Leider scheint Vernunft in der Politik unbekannt zu sein. Was leider zählt ist der private Vorteil und das private Bankkonto. Jeder vernünftig und logisch denken Mensch hält die Elbvertiefung für völligen Blödsinn, unsinnig, überflüssig und gefährlich. Leider ist aber doch zu befürchten, dass die Politik auch diese Chance verstreichen lässt und die Lobbyisten in unserem Land Ihren Willen und ihre Gewinne bekommen.
Es ist zu hoffen, dass Frau Elke Twesten genügend Kraft besitzt um sich gegen die Lobby durchzusetzen. ich wünsche viel Erfolg!!
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