Drogenpaket kam direkt aus Kolumbien
CUXHAVEN. "Sie sind nicht der naive Ex-Urlauber, der ein bisschen Kokain annehmen wollte, sie sind ein deutscher Händler mit krimineller Energie." Deutliche Worte der Staatsanwaltschaft zu einem eher unscheinbar wirkenden Angeklagten, der mit der Einfuhr von Drogen seine Geldprobleme lösen wollte.
Wolfgang H. (Name v. d. Redaktion geändert) hatte nach seiner Rückkehr aus Kolumbien "in Deutschland nicht mehr Fuß fassen können", wie er im Cuxhavener Amtsgericht sagte.
Hingegen hielten die Beziehungen nach Kolumbien und auch zu seinem Bekannten Jonny, der im Juni dieses Jahres 150 Gramm reinsten Kokains nach Cuxhaven schickte - an den Angeklagten, der als Adressat den Namen "Dr. Lopez" annahm. Doch von der heißen Lieferung hatte die Kripo zuvor Wind erhalten.
Im Rahmen einer Telefonüberwachung konnten mehr als 1000 Gespräche abgehört werden, was Ermittlungen gegen weitere Personen in Gang setzte.
Der seit dem 23. Juni in Untersuchungshaft sitzende Wolfgang H. (40), der selbst keine Drogen nimmt, streckte das Kokain mit Paracetamol auf 300 Gramm. Was dann damit passierte, konnte nicht geklärt werden.
Nach langer Beratung wurde Wolfgang H. zu drei Jahren Gefängnis wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen verurteilt.
Der Handel damit konnte ihm nicht nachgewiesen werden. Mildernde Umstände sah das Gericht nicht.
Zwar sei der Angeklagte nicht "einschlägig" vorbestraft, doch habe er keinerlei Bereitschaft gezeigt zu erklären, wie sich alles abgespielt habe und wo das Kokain geblieben sei.
Von Dieter Meisner
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