Cuxhavens Handwerk sucht gute Schulabgänger
CUXHAVEN. Dachdecker, Metallbauer oder Maler? Diese Berufe gelten bei Schülern und Eltern selten als Traumjob. Ändern wollen das erfahrene Handwerksmeister. Die Profis warben in den 8. Klassen der Cuxhavener Realschule für die Ausbildungsplätze in ihrer Zunft.
Die Chefs von vier Cuxhavener Handwerksbetrieben beteiligten sich in diesem Jahr an der Aktion "Meister im Klassenzimmer", einer Kooperationsveranstaltung zwischen der Realschule Cuxhaven und der Kreishandwerkerschaft Cuxhaven-Land Hadeln.
Neben Ulrike Fischer-Horeis und Jens Kratzke (beide Dachdeckermeister) gaben Jens Husfeldt (Malermeister) und Michael Habben (Kfz-Mechatroniker) Achtklässlern der Realschule Einblicke in Chancen und Anforderungen ihrer Handwerksberufe.
Die Betriebe klagen über Sorgen im Ausbildungsbereich: Bewerber hätten falsche Vorstellungen, was in einem Betrieb gefordert werde, seien teils unpünktlich oder es hapere schon bei den Grundrechenarten. "Meister im Unterricht" ist Teil weiterer Maßnahmen, welche die Realschüler an das künftige Berufsleben heranführen.
Die Handwerksmeister legten den Schülern nahe, schon vor ihrem Schulabschluss erste Praxiserfahrung zu sammeln. Bewerber über 18 Jahre hätten kaum noch Chancen auf eine Ausbildungsstelle im Handwerk, hieß es. Später im Job sei Weiterbildung Pflicht: "Im Beruf müsst ihr mehr lernen als jetzt in der Schule oder in der Ausbildung", stellte Fischer-Horeis klar.
In Klasse 8e kann sich etwa die Hälfte vorstellen, im Handwerk einzusteigen. Motivierter Nachwuchs für die eigene Branche würde Dachdeckermeister Jens Krutzke freuen: "Qualifizierte Leute können bei uns wirklich etwas werden."
Betriebsluft schnuppern können die Realschüler zum Beispiel am jährlichen "Praktikumstag im Handwerk", der Mitte April stattfinden soll. Am 4. Mai um folgt "Warteschleife", der diesjährige Infoabend zum Thema Handwerk in der Realschule.
Von Maik Henschke
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