Bühne frei für "Art and Vielfalt"
IHLIENWORTH. Süßwasseralgen auf der Leinwand, Bienen aus verzinktem Draht, Badekappen als bedrohte Arten - das Thema Natur- und Artenschutz ist in der Kunst angekommen. Was sich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt unter biologischer Vielfalt vorstellen, zeigt die neue Ausstellung von Samuel J. Fleiner: "Art and Vielfalt". Sie ist ab Sonnabend, 13. August, in der Re-Art-Halle in Ihlienworth zu sehen.
"Art and Vielfalt": Spricht man diese drei Wörter schnell hintereinander aus, klingt das ähnlich wie Artenvielfalt - eine Vorstellungsverknüpfung, die durchaus beabsichtigt ist. "Es geht in der Ausstellung darum, bewusstseinsbildend für Belange des Natur- und Artenschutzes zu wirken und positive Emotionen für das Anliegen biologischer Vielfalt zu schaffen", sagt Kurator Samuel J. Fleiner.
Mehr als 50 Künstler aus zehn Nationen beteiligen sich an der "Art and Vielfalt". Ein Grund für den regen Zuspruch mag sein, dass die Vorgängerausstellungen von der UNESCO ausgezeichnet wurden und in der Folge an so spektakulären Ausstellungsorten wie der City Hall von San Francisco, dem Umweltbundesamt oder der Bundeskunsthalle zu sehen waren. Die Ausstellung "Arte Sustenibile" läuft derzeit übrigens noch in den Hallen des Software-Konzerns SAP in Walldorf.
Dieses Jahr startet die neue UN-Dekade für Biodiversität. Künstlerisch geht es entsprechend bei "Art and Vielfalt" um Materialien, Konzepte und Motive. Künstler produzieren Kunst aus exotischen Rohstoffen wie etwa Süßwasseralgen (Sylvia Stölting) oder Maulbeerbaumpapier (Johann Soehl), schaffen Lebensräume für bedrohte Arten (Habitate von Adom Tetteh), lassen ihre Objekte von Insekten fressen (Zuckerbrust von Ruppe Koselleck), zeigen großformatig die Schönheit dessen, was zu verschwinden droht (Florale Skulpturen von Richard Fischer) oder thematisieren was letztendlich die Vielfalt der Arten bedroht: Gedankenlosigkeit und Raubbau an der Natur.
Aber: Fleiner ist kein Freund von Betroffenheitskultur. Er glaubt nicht an die Wirkung der erhobenen Zeigefinger. Vielmehr versucht er über Ästhetik und auch eine feine Prise Humor seine Besucher davon zu überzeugen, dass biologische Vielfalt ein gesellschaftlicher Wert an sich ist.
Das von den Mitgliedern des Re-Art-Freundeskreises frisch gereinigte ehemalige Recyclingwerk in Ihlienworth wird anlässlich der Eröffnung nun auch offiziell von der Samtgemeinde Hadeln in Re-Art-Halle benannt. Taufpatin wird die Schirmherrin Tatjana Gräfin Dönhoff. Geöffnet ist die Ausstellung "Art and Vielfalt" in der Re-Art-Halle, Zum Schönenfelde 3, ab dem 13. August an folgenden Tagen: freitags 15 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 18 Uhr und sonntags 11 bis 18 Uhr.
Die feierliche Ausstellungseröffnung und die Taufe der Re-Art-Halle finden am morgigen Donnerstag, 11. August, ab 19 Uhr statt. Für den musikalischen Rahmen sorgen das Gitarrenduo Fifikus und das Windharfenorchester von Jutta Kelm.
Zahlreiche Workshops und Begleitveranstaltungen sind während der Ausstellungsphase geplant, unter anderem eine Lesung mit Finn-Ole Heinrich am 21. August. Die Ausstellung ist bis Ende Oktober zu sehen. (man/nez)
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