Bergungsauftrag für Taucher Wulf

tas. ­ Es war der Tag der Berger. Vier Angebote gingen gestern beim Havariekommando in Cuxhaven ein, von Bergungsfirmen und Konsortien, die sich um den Auftrag zur Wrackbeseitigung vor Brunsbüttel bewarben. Auch die Firma Taucher Otto Wulf aus Cuxhaven bemühte sich um den Auftrag. Um 19.15 Uhr war die Entscheidung gefallen: Die Cuxhavener gewannen mit ihrem Konzept die Ausschreibung. Sie werden mit der Bergung und Entsorgung des Wracks beauftragt. Bernd Meyer und Andreas Wulf unterschrieben nach einem Verhandlungsmarathon gestern Abend den Vertrag. Auch bei anderen Bergern waren die Vorbereitungen bereits in Gang gesetzt worden. Vor Freitag sei aber nicht mit dem Beginn der Arbeiten an der Unfallstelle zu rechnen. Vermutlich werden dafür zwei Bergungskräne benötigt. Die Bugsier-Reederei ließ ihren Schwimmkran "Enak" (600 t Hebeleistung) gestern bereits von der Weser an die Elbe verlegen und auf Neufeld-Reede vor Anker gehen. Auch die Niederländer bauten vor, und setzten ihren Schwimmkran "Taklift 4" (1400 t Hebeleistung) von Rotterdam aus vorsorglich in Fahrt. Im Büro des Cuxhavener Schlepp- und Bergungsunternehmens Taucher Wulf glühten gestern den ganzen Tag über die Telefondrähte. In zahlreichen Gesprächen stimmten Andreas und Otto Wulf die Details für ihr Angebot ab, das sie zusammen mit dem dänischen Bergungsunternehmen Dans Bergung Bugsier (DBB) abgaben. Sie wollen das Wrack vor Brunsbüttel mit zwei großen Schwimmkränen aus Dänemark heben und dann abtransportieren. Innerhalb von 30 Stunden könnten die Kräne von Grena nach Brunsbüttel verlegt werden. Derweil veränderte sich die Lage an der inzwischen gesicherten Unfallstelle wenig. Das Wrack des am Montagabend vor der Schleuseneinfahrt von Brunsbüttel gerammten und gesunkenen Küstenmotorschiffes "Maritime Lady" lag gestern unverändert kieloben an der Position nahe der Tonne 58a an der Nordseite des Fahrwassers. Vermutlich schwimmt das Wrack noch teilweise auf einer Luftblase im Rumpf, weshalb das Schiff noch zu einem kleinen Teil aus dem Wasser ragt. Nach den Erkenntnissen des Havariekommandos sitzt das gekenterte Schiff vermutlich mit der Brücke oder einem Mast am Grund fest. Bei Tidewechsel bewege es sich allerdings, so dass nach wie vor der Schlepper Wulf 3 benötigt werde, um zu verhindern, dass das Wrack vertreibt, hieß es gestern aus dem Havariekommando, das die Maßnahmen weiterhin in enger Abstimmung mit dem WSA Cuxhaven koordiniert. Das Gewässerschutzschiff "Neuwerk" leitet die Maßnahmen vor Ort und das Wasserschutzpolizei-Boot "Bürgermeister Weichmann" sichert weiterhin die Unfallstelle ab. Die Schifffahrt wird an der Unfallstelle vorbei geleitet.
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