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11 LEICHTATHLETIK Ann-Kathrin Kopfs Sommersaison läuft Nachdem Ann-Kathrin Kopf die Hallensaison kurz vor den anstehenden Meisterschaften wegen einer schmerzhaften Entzündung der Plantar-Sehne am Fuß streichen musste, läuft es jetzt in der Freiluftsaison rund. Als der Fuß nach einigen Wochen Pause, d.h. nur Training in Form von vielen Kilometern Aquajogging, endlich wieder schmerzfrei war, machte sich Ann-Kathrin zunächst in zwei Trainingslagern im sonnigen Süden, Lanzarote und Belek, wieder fit. Während wir in Norddeutschland noch mit zwei Trainingshosen und drei Pullovern trainierten, konnte sie in kurzer Hose auf der Bahn bereits schnelles Tempo trainieren. Das bedeutet einen riesigen Vorteil, zumal die DM wegen der EM und der olympischen Spiele bereits früh in der Saison angesetzt waren. Als Einstiegsrennen erlief sich Ann-Kathrin mit dem Staffelteam Niedersachsen – einer Startgemeinschaft von Eintracht Hannover, VfL Oldenburg und TSV Otterndorf – den Landesmeistertitel mit der 4 mal 400 m Staffel und gleichzeitig die Quali für die deutsche Meisterschaft mit dieser Staffel. Den ersten Einzelstart über 400 m absolvierte Ann-Kathrin am 16.5. in Rehlingen und hatte mit 54,68 Sek. ihren schnellsten Saisoneinstieg bisher. Nach einem Kurzbesuch im Norden beim Sprintcup in Bremen durfte sie am 27.5. bei einem internationalen Meeting in Dessau starten. Hier steigerte sie sich auf 54,58 Sek. Anfang Juni findet jedes Jahr die Regensburg-Gala statt. Hier werden die Kaderathleten des DLV eingeladen, und es ist überaus wichtig, sich dort gut zu präsentieren. Dies gelang Ann-Kathrin hervorragend, indem sie mit 53,95 Sek. erstmals seit 2014 wieder unter 54 Sek. blieb. Als „Belohnung“ durfte sie dort in der 1. Staffel des DLV mal wieder das Nationaltrikot anziehen und trug mit einem guten Lauf mit dazu bei, dass die Staffel sich letztendlich für Rio qualifizieren konnte. Erstmals Start bei deutschen Meisterschaften der Aktiven Anfang Juni ging Ann-Kathrin erstmals bei den deutschen Meisterschaften der Erwachsenen an den Start, die in Kassel stattfanden. In einem vollbesetzten Stadion war das erste Ziel, sich im Vorlauf für das Finale zu qualifizieren. Ann- Kathrin startete auf Bahn fünf, zwischen der deutschen Hallenmeisterin Lara Hoffmann und Laura Müller, mit der sie in Eugene in der Bronzestaffel gelaufen war. Das Tempo der beiden ging sie mutig mit und konnte auf den letzten 50 Metern den Abstand zu Laura Müller noch verkürzen. Als Dritte dieses Vorlaufs qualifizierte sich Ann-Kathrin mit 53,81 Sek. mit der fünftschnellsten Zeit aller 24 Läuferinnen sicher für das Finale. Diese Zeit ist nur zwei Hundertstel über ihrer persönlichen Bestzeit! Im Finale musste sie dann auf der ungeliebten Bahn acht ins Rennen. Weil sie nach dem tollen Vorlauf unbedingt die Zeit vom Vortag verbessern wollte, fehlte die Lockerheit. Als ihre Trainingspartnerin und Favoritin Ruth Spelmeyer nach 180 m an ihr vorbei ging, verkrampfte Ann-Kathrin deutlich in der Kurve. Erst auf der Zielgeraden konnte sie nochmal kämpfen und belegte mit 54,51 Sek. den 7. Platz in diesem Meisterschaftsfinale. Übrigens waren sowohl der Vorlauf als auch das Finale live im TV zu sehen! Zwei Stunden nach dem Einzelfinale reichte es dann mit der Staffel des Teams Niedersachsen nur zum 4. Platz. Beim ersten Auftritt bei einer DM gleich das Finale zu erreichen, ist ein schöner Erfolg. Mit einer Nominierung für die EM in Amsterdam oder gar Rio hatte Ann-Kathrin ohnehin nicht gerechnet. Daher konnte sie am 10. Juli bei den norddeutschen Meisterschaften in Berlin an den Start gehen und dort souverän den Titel gewinnen. Bei heißen 34 Grad, böigem Wind und ab 200 m alleine in Führung liegend, lief sie locker mit 54,36 Sek. den Titel nach Hause. Diese Zeit ist als gute Vorbereitung auf die U23-DM Ende Juli in Bochum-Wattenscheid anzusehen, ein Stadion mit gutem Omen, denn hier hat Ann-Kathrin 2014 ihren ersten deutschen Freilufttitel in der U 20 gewonnen. Martina Müller


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