"Nummer gegen Kummer" hilft auch bei Internet-Sorgen
CUXHAVEN. Freizügige Handy-Bilder im Internet; sich unverhofft öffnende Porno-Seiten, Cyber-Mobbing: Alles Fragen, mit denen die Mitarbeiter des bundesweiten Kinder- und Jugendtelefons ("Nummer gegen Kummer") täglich konfrontiert werden - Neuland oft auch für sie. Die EU hat deshalb die Fortbildung "Safer Internet" (Sichereres Internet) gefördert.
Brunhild Rost-Helle vom Kinderschutzbund Cuxhaven hat daran teilgenommen und später das ehrenamtliche Team des Kinder- und Jugendtelefons geschult.
Denn einer Generation, die noch Zeiten ohne Internet erlebt hat, ist nicht ohne weiteres klar, was Jugendlichen wichtig ist. Was zum Beispiel auffällt, ist eine Tendenz, alles öffentlich zu machen, sich für einen Moment prominent und wichtig zu fühlen.
Doch dies kann auch zu weit gehen. Nicht umsonst ist der Kummer über unerwünschte Inhalte über sich selbst im Netz ein ganz typisches Problem am Beratungstelefon. Brunhild Rost-Helle kennt weitere Konfliktfelder: Chats und Cyber-Mobbing; Foren zu Selbstmord, Selbstverletzung und Magersucht - mit ganz konkreten Anleitungen, sich selbst zu schädigen; Online-Spielsucht; Sex im Netz; Abzocke im Internet.
"Wichtig ist, dass wir den Kindern und Jugendlichen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen", sagt die ehrenamtlich tätige Telefonberaterin Annette Richter. "Viele wollen sich nicht ihren Eltern anvertrauen, weil sie Angst haben, dass diese ihnen das Internet gleich ganz verbieten", weiß Brunhild Rost-Helle. Und Gina Klecha, ebenfalls Beraterin, sagt: "Wir müssen das Kind bestärken: ,Du kannst nichts dafür, dass Du da hineingeraten bist?."
9000 Anrufe bei der Nummer gegen Kummer (0800 111 0 333; kostenlos aus dem Festnetzb und vom Handy) zählte allein der Kinderschutzbund Cuxhaven im vergangenen Jahr - am häufigsten ging es dabei um Mobbing, Schwangerschaft, Selbstverletzung und Liebeskummer. Die Hilfe bei Problemen im Internet nimmt einen wachsenden Anteil ein.
Wenn im Herbst die Ausbildung neuer Telefonberater beginnt, wird die Beratung zu Internetproblemen bereits Bestandteil ihrer Ausbildung sein.
Von Maren Reese-Winne
















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