Eine Schlacht ist gewonnen - Preisgarantie vom Handel

CUXHAVEN. "Wir haben eine Schlacht gewonnen, aber den Krieg noch lange nicht". So fasste Dirk Sander, der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft Weser-Ems der Krabbenfischer das in zähnen Verhandlungen erreichte Ergebnis zusammen. Vier Wochen und zwei Tage hatte der bisher längste Boykott der Granatjäger gedauert, der am Mittwoch zu Ende ging.

"Endlich", wie Fischer Torben Hinners (35) aus Cuxhaven gestern sagte. Denn die Kunden, die Urlauber und der Handel verlangen nach fangfrischen Krabben und die seien auch in ausreichenden Mengen vorhanden. Mit den Großhändlern verabredet ist, dass in dieser Woche jeder Kutter eine Mindestmenge von 1500 Kilogramm anlandet. Dafür gibt es einen garantierten Preis von 2,50 Euro/kg. Nach den Forderungen der Erzeugergemeinschaft soll der Preis in den kommenden fünf Wochen jeweils um je 10 Cent pro Kilo und Woche steigen. Dafür verlangen die Großhändler im Gegenzug wieder größere Mengen Krabben, sagt Dirk Sander, Krabbenfischer aus Neuharlingersiel. Die Großhändler wollen auf eine Menge von 2500 Kilo pro Schiff und Woche kommen. Diese Menge können die Fischer auch liefern. Sie bestehen aber auf einem dauerhaften Preis von drei Euro pro Kilo. Trotz der Freude über die erreichte Regelung überwiegt bei Sander und vielen Kollegen die Skepsis. Die zentrale Frage bleibt, ob sich alle der 190 Betriebe an der niedersächsischen Küste sowie die Kollegen aus den Niederlanden und Schleswig-Holstein an die verabredeten Mengenbegrenzungen halten werden.

Einzige Kontrolle ist der Logbuch-Zettel, den sich alle Fischer verpflichtet haben, bei der Erzeugergemeinschaft wöchentlich abzuliefern. Daraus geht auch hervor, ob sich der Eigner an die Fangtageregelung gehalten hat. Denn die Krabbenkutter dürfen nur von Montag 8 bis Freitag 12 Uhr auf Fangfahrt sein. Am Wochenende müssen sie im Hafen bleiben.

Dem jungen Fischer und Familienvater Torben Hinners kommt das sogar entgegen. Sorgen macht er sich allerdings bezüglich des kommenden Herbstes. Dann drängen die etwa 20 holländischen Großkutter, die den Sommer über auf Fischfang sind, wieder auf den Krabbenmarkt. Dann wird es schwierig werden, die Mengen weiter zu begrenzen und die Preise zu halten. Deshalb treffen sich Sander und die Vertreter der holländischen Fischer heute in Bonn zu einem Runden Tisch, um über wirklich nachhaltige Lösungen zu sprechen.

Von Thomas Sassen

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