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10. Mai 2012

Streik am Krankenhaus Gerechte Gehälter statt kleiner Brötchen

Mitarbeiter des Krankenhauses bei den einstündigen Solidaritätsstreik.
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CUXHAVEN. Nach dem Motto  „Keine kleinen Brötchen mehr, sondern ein Stück von der Torte“ traten die Mitarbeiter des Krankenhauses Cuxhaven am Donnerstag zwischen 13 und 14 Uhr in einen Solidaritätsstreik.  

Mit diesem einstündigen Ausstand begleitete die Belegschaft die Tarifverhandlungen an den ersten der acht Rhön-Kliniken in Niedersachsen (unter anderem in Hildesheim, Salzgitter und Gifhorn). Die Verhandlungen für die Häuser Cuxhaven, Uelzen, Wittingen und Herzberg-Osterode werden am 26. Juni aufgenommen. Das Angebot des Arbeitgebers in der ersten Runde hat die Gewerkschaft ver.di als unakzeptabel bezeichnet: Zwei Prozent für ein Jahr.

Ver.di stellt für die niedersächsischen Rhön-Kliniken eine Forderung von sieben Prozent, mindestens 170 Euro bei einer zwölfmonatigen Laufzeit sowie die entsprechende Anhebung der Ausbildungsvergütung. Die Beschäftigten in Cuxhaven lägen mit ihrer Entlohnung inzwischen unter den Tarifen des öffentlichen Dienstes, so ver.di-Gewerkschaftssekretärin Hilde Sacharow.

Für den öffentlichen Dienst sei unlängst eine Erhöhung um 6,3 % mit einer zweijährigen Laufzeit erreicht worden. Dr. Gisela Exeriede, Ärztin am Krankenhaus und Mitglied der Tarifkommission, berichtet, dass die Tarife seit dem Übergang von der Stadt auf den Rhön-Konzern schleichend gesunken seien – auch deutlich unter die in anderen Häusern der Region gezahlten Gehälter.

Für die Patienten war der Streik mit keinen größeren Unannehmlichkeiten verbunden. Ein Vertretungsdienst war organisiert worden und das Operationsprogramm konnte wie geplant stattfinden. Hilde Sacharow freute sich über die hohe Bereitschaft der Belegschaft, Verantwortung für ihre Arbeitsbedingungen zu übernehmen. Der Organisationsgrad sei sehr hoch. Gut ein Fünftel der Belegschaft habe draußen gestanden.

Die Patienten hätten großes Verständnis gezeigt, berichteten Mitarbeiter. Patienten und Familienangehörige erlebten schließlich am nächsten mit, wie dort gearbeitet werde. Hilde Sacharow: „Die Personalsituation ist nicht so rosig, und doch sind die Leute motiviert, egal, wo man hingeht.“

Doch der Belegschaft fehle es an der Wertschätzung, die sich auch in einer gerechten Entlohnung ausdrücke, zumal der Konzern-Jahresgewinn 2011 161 Millionen Euro betragen habe.

Von Maren Reese-Winne

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