Fehlstart im Mordprozess
Stade. Kurzer Auftakt im Hammermordprozess: Der 62-jährige Peter L. hat am ersten Prozesstag nicht einmal eine Viertelstunde lang auf der Anklagebank der ersten großen Strafkammer des Landgerichts in Stade gesessen. Der Staatsanwalt legt ihm zur Last, seine schlafende Ehefrau Anfang März in Loxstedt getötet zu haben. Verteidiger Lars Zimmermann sorgte dafür, dass die Verhandlung unterbrochen wurde.
Zunächst hatte der Rechtsanwalt aus Buxtehude die Zusammensetzung des Gerichts moniert. Grund: Ein Richter, der als Beisitzer fungieren sollte, befindet sich im Erziehungsurlaub. Für ihn war ein Kollege eingesprungen. "Das", so der Anwalt, "hätte man vorher wissen können." Das Gericht befand jedoch, dass es trotzdem richtig besetzt sei.
Unterbrochen wurde die Hauptverhandlung schließlich aus einem anderen Grund. Am ersten Prozesstag sollte ein Gutachter die Schuldfähigkeit des Angeklagten beurteilen. Dessen Gutachten war der Verteidigung allerdings erst einen Tag vor Prozesseröffnung zugegangen. Trotz der Kürze des Prozessauftaktes hatte der Staatsanwalt Zeit genug, die Anklageschrift zu verlesen. Er warf dem Beschuldigten vor, seine schlafende Ehefrau mit 16 Hammerschlägen auf den Kopf getötet zu haben.
Zehn weitere Verhandlungstage sind angesetzt. Fortgesetzt wird der Prozess am Dienstag, 14. September, um 9.30 Uhr. Dann sind die Polizeibeamten geladen, die den Tatort in Augenschein genommen und den Angeklagten in Haft genommen haben.
Von Barbara Fixy















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