Ein turbulente Zeitreise voller Esprit am AAG
CUXHAVEN. "Wenn mehrere sich zu einem guten Zweck vereinigen, ist schon oft das Schwere leicht geworden", konstatierte 1810 Amandus Abendroth.
Genau 200 Jahre später verleihen Schülerinnen und Schüler des nach ihm benannten Gymnasiums seinen Worten Inhalt in einer Revue voller Esprit, die auch den anwesenden Abendroth (dargestellt von Kai Stehrenberg) mitreißend zu begeistern vermag - ebenso wie das Publikum in der voll besetzten Aula. Nur Napoleon (Niklas Schwefer) hat angesichts des turbulenten Bühnengeschehens immer etwas zu monieren. Beide Personen der Geschichte geistern durch das Programm, das sich als Zeitreise entpuppt, in der 200 Jahre Geschichte schlaglichtartig in anderthalb Stunden angeknipst werden. Es beginnt mit Telemanns launiger Schulmeister-Kantate, in der Dieter Graen als gestrenger Lehrmeister den Amandini-Zöglingen bescheinigt: "Ihr seid doch ochsenmäßig dumm..."
Da träumt der 14-köpfige Lehrerchor "Amandus-Singer" von "Wochenend und Sonnenschein", widmet sich vielstimmig dem Ringelnatz'schen Bumerang und Neuntklässler erinnern in ihrem Sketch an Zeiten, als der Rohrstock regierte und Worten böse Taten folgen ließ.
Bei allem heiterem Augenzwinkern wird aber auch die düstere Zeit nicht ausgespart und an Ute Arndt, geborene Strohsal, erinnert, die sich dem Hitler-Gruß verweigert hatte und nicht zur Abi-Prüfung zulassen wurde.
"Geh'n se mit der Konjunktur" von Hazy Osterwaldt und Bill Haleys Rock around the Clock lassen die 50er-Jahre aufleben - und natürlich fehlt auch die 68er-Generation nicht, die die Schüler tüchtig auf die Schippe nehmen. "Let the sun shine" und "Aquarius" runden diese Zeit der Aufmüpfigkeit musikalisch ab.
Und alle beteiligen sich an diesem szenischen und musikalischen Parforceritt durch die Historie: Unterstufen-Chor, die Amandus-Singers", die Schülerband "Triple Stripe", die Bläser-, Streicher- und Ukulelen-Gruppe - und natürlich die Musiklehrerinnen und Musiklehrer, deren Elan sich ganz offensichtlich motivierend auf die Schülerschaft übertragen hat.
Als schließlich alle Mitwirkenden - Instrumentalisten, Darsteller und Sänger - Pink Floyds Kulthymne "The Wall" intonieren und anstimmen, gibt es in der ehrwürdigen Aula kein Halten im Publikum mehr.
Von wegen "We don't need no education" (wir brauchen keine Bildung). Am Ende des Abends zeigt sich der folgende Abendroth-Ausspruch auf lebhafte Weise von allen Akteuren verkörpert: "Kultur und Künste gehören bei uns zur Grundausbildung eines gebildeten Menschen."
Von Wiebke Kramp















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Leserkommentare
So langsam reicht es ....
Innerhalb von vier Tagen vier Berichte in den CN:
"Ein turbulente Zeitreise voller Esprit am AAG"
"200 Jahre AAG: Amandus wäre stolz gewesen"
"Gymnasium ist unangefochten"
"Aula "unter Feuer": Chemie-Show im AAG"
Es gibt haufenweise wichtigere Themen aus unserer Stadt !!
Scheint sich um ein verspätetes Sommerloch zu handeln :-)